Zum Abschluss der Herbstvollversammlung der Bischöfe in Lourdes hatte der Vorsitzende der französischen Bischofskonferenz, Eric de Moulins-Beaufort, die Einrichtung neuer Arbeitsgruppen angekündigt. Diese jeweils von Laien geleiteten Gremien sollen die Verwaltung in den einzelnen Diözesen analysieren und konkrete Änderungsvorschläge machen, erklärte der Erzbischof von Reims. Damit sollen die Strukturen der Kirche transparenter gemacht und Missbrauch vorgebeugt werden.

Zum Arbeitsfeld der Gruppen zählen unter anderem eine Vereinfachung der innerkirchlichen Strukturen und eine Stärkung der synodalen Zusammenarbeit auf allen Ebenen. Darüber soll ein regelmäßiger Austausch mit dem Rat und den Gremien der Bischofskonferenz bestehen.

Seit 1950 rund 216.000 Opfer sexueller Übergriffe

Zudem bekräftigte der Erzbischof von Reims die institutionelle Verantwortung der Kirche für Fälle sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen. Dieser war in einer Anfang Oktober vorgestellten Studie von einer Unabhängigen Untersuchungskommission zu sexuellem Missbrauch in der Kirche aufgearbeitet worden, die die Bischöfe im November 2018 in Auftrag gegeben hatten.

Der Bericht rechnete für den Zeitraum seit 1950 auf wissenschaftlicher Basis rund 216.000 Opfer sexueller Übergriffe durch Priester, Ordensleute und Kirchenmitarbeiter hoch. Der nach dem Vorsitzenden der Untersuchungskommission, dem früheren Richter Jean-Marc Sauve, benannte Report hatte zu großer Bestürzung geführt.

Frankreichs Kirche hofft auf umfangreiche Veränderungen

Der Sauve-Bericht habe „eine Realität der Kirche enthüllt, die wir nicht sehen wollten“, so de Moulins-Beaufort. Die nun getroffenen Entscheidungen sollen deshalb umfangreiche Veränderungen herbeiführen, in der Art und Weise, wie sowohl einzelne Bistümer als auch die gesamte Kirche in Frankreich künftig verwaltet werden. „Wir sind noch nicht am Ende des Weges, aber ein Weg ist möglich und wurde abgesteckt. Diesen müssen wir nun Schritt für Schritt…