Unter „Saakaschwili“-Rufen versammelten sich rund 40.000 Menschen auf dem zentralen Platz der georgischen Hauptstadt, wie Journalisten der französischen Nachrichtenagentur AFP meldeten. Der Chef von Saakaschwilis MNU-Partei, Nika Melia, sprach vom Beginn einer „massiven und dauerhaften Protestbewegung“. Diese werde erst aufhören, wenn der Ex-Präsident aus dem Gefängnis entlassen und vorgezogene Wahlen ausgerufen würden. Vor den Regierungsgebäuden in Tiflis bezogen hunderte Polizisten Stellung, während die Demonstranten in Richtung des Sitzes des Regierungschefs zogen.

Saakaschwili sei in eine medizinische Einrichtung für Häftlinge gebracht worden, „um eine Verschlechterung seines Gesundheitszustands“ nach 39 Tagen Hungerstreik zu vermeiden, teilten die Strafvollzugsbehörden mit. Der 53-Jährige sei mit einem Helikopter aus der Haftanstalt in der Stadt Rustawi in die Klinik geflogen worden, berichten georgische Medien. Mediziner hatten nach einer Untersuchung empfohlen, den Oppositionsführer dringend in eine gut ausgestattete Klinik zu verlegen, da ihm sonst „Komplikationen“ drohten.

Ein Massenaufmarsch von Saakaschwili-Anhängern in Tiflis

Zivile Klinik gefordert

Nach Angaben des georgischen Menschenrechtsbeauftragten Nino Lomjaria entspricht die Unterbringung in der Haftklinik allerdings nicht der Forderung der untersuchenden Ärzte. Saakaschwilis Anhänger fordern seit Wochen seine Freilassung oder zumindest seine Unterbringung in einem zivilen statt einem Gefängniskrankenhaus.

Der Fernsehsender Priweli berichtete, die Häftlinge in dem Gefängniskrankenhaus hätten nach der Einlieferung des Ex-Präsidenten eine „Lärm-Meuterei“ angezettelt. Sie brüllten Beleidigungen gegen Saakaschwili, der während seiner Präsidentschaft eine Kampagne gegen die organisierte Kriminalität angeführt hatte.

Kurz nach der Verlegung des Politikers protestierten seine Anhänger vor dem Gefängnis in Rustawi

Vor wenigen Tagen veröffentlichte der Strafvollzug in Georgien ein…