Die meisten Flüchtlinge weltweit stammten aus Ländern, die von der Erderwärmung erheblich betroffen sind oder fänden in solchen Ländern Zuflucht, erklärte der Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi. Katastrophen wie Überschwemmungen, Dürren und Wüstenbildung zerstörten die Lebensgrundlagen, schürten Konflikte und zwängen Menschen zur Flucht. Nötig seien mehr finanzielle Unterstützung von den Reichsten und mehr politischer Wille, sagte Grandi zu Beginn der zweiten Tagungswoche, bei der die Anpassung an Klimafolgen im Mittelpunkt steht.

Nach Angaben des Klimabeauftragten des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Andrew Harper, kommen 90 Prozent der Flüchtlinge unter UN-Mandat sowie 70 Prozent aller Binnenvertriebenen aus Ländern, die für die Klimaveränderungen am wenigsten gerüstet sind. Jedes Jahr nötigten Naturkatastrophen Millionen weitere Menschen, ihre Heimat zu verlassen. Der Klimawandel verschärfe die Lage in Regionen, die Flüchtlingen Aufenthalt gewährten. Als Beispiele nannte Harper das von einer Dürre heimgesuchte Afghanistan mit 3,5 Millionen Flüchtlingen und Mosambik, wo 730.000 Menschen durch Unruhen vertrieben worden seien, während das Land unter Wirbelstürmen leide.

Für den Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, Filippo Grandi, fehlt es an politischem Willen

In der Sahelzone steige die Durchschnittstemperatur anderthalb Mal so schnell wie im globalen Mittel, so das UN-Hilfswerk. In der Folge gebe es einen wachsenden Kampf um Ressourcen in einer Region, in der bewaffnete Gruppen bereits schwache Regierungsstrukturen, Armut und ethnische Spannungen für ihre Zwecke ausnutzten. Weltweit sind laut UNHCR 82,4 Millionen Menschen aufgrund von Verfolgung, Konflikten, Gewalt, Menschenrechtsverletzungen oder Unruhen auf der Flucht. Schon in ihrem aktuellen Jahresbericht hatte die UN-Organisation auf den Klimawandel als einen Faktor hingewiesen.

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