„Die Pflicht zur Schutzimpfung gegen das Coronavirus soll für Personen gelten, die in medizinischen Einrichtungen, Alten- und Pflegeheimen sowie Schulen und Kindertagesstätten tätig sind“, heißt es in einem Beschluss, den der deutsche Ärzte-Berufsverband Marburger Bund fasste. Auch für Menschen, die in Obdachlosenunterkünften, Einrichtungen für Asylbewerber und Geflüchtete, in Arztpraxen oder bei ambulanten Pflegediensten arbeiten, sollte eine Impfpflicht eingeführt werden, wurde in dem Beschluss festgehalten.

Der Präsident des Deutschen Landkreistages, Reinhard Sager, plädierte abermals dafür, insbesondere Pflegekräfte zur Impfung zu verpflichten. Eine Impfpflicht sei notwendig, da es mit Appellen und Argumenten bislang nicht gelungen sei, zu einer ausreichenden Impfquote zu gelangen. Es sollte zum Berufsethos jeder Pflegekraft gehören, die ihm anvertrauten Menschen vor Gefahren zu schützen. Für den Fall, dass eine Impfpflicht in der Pflege tatsächlich eingeführt werden sollte, zeigte Sager sich zuversichtlich: „Mit einer Kündigungswelle rechnen wir beim Pflegepersonal nicht.“

„Booster“ für alle!?

Die deutschen Intensivmediziner lobten die Entscheidung der Gesundheitsminister-Konferenz, allen bereits geimpften Bürgern nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung anzubieten. „Das Beispiel Israel zeigt eindeutig, dass Booster-Impfungen das alles Entscheidende sind, um die vierte Welle zu bekämpfen“, sagte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Wichtig sei es allerdings auch, Strukturen zu schaffen, um die Auffrischungsimpfungen zügig vornehmen zu können. Deutschland befinde sich in einem ebenso rasanten Anstieg der Corona-Fallzahlen wie vor einem Jahr, erläuterte der DIVI-Präsident. „Mir macht das größte Sorgen. Wir müssen umgehend handeln!“

Gernot Marx: „Das allgemeine Angebot für Booster-Impfungen begrüße ich als…