Der internationale Flughafen von Palma de Mallorca (PMI) ist am Freitagabend nach einem ungewöhnlichen Zwischenfall stundenlang lahmgelegt worden. Eine Maschine einer marokkanischen Fluggesellschaft hatte auf dem Weg von Casablanca nach Istanbul wegen eines medizinischen Notfalls eine unplanmäßige Zwischenlandung auf der spanischen Ferieninsel eingelegt. Als ein Krankenwagen am Flugzeug eintraf, um den angeblich unter einem Diabetesschock stehenden Reisenden und dessen Begleiter abzuholen, liefen etwa 20 andere Passagiere auf das Flugfeld, so dass der Flugbetrieb am PMI eingestellt werden musste.

Etliche anfliegende Maschinen mussten zu anderen Flughäfen umgeleitet werden – unter anderem nach Barcelona, Ibiza oder Menorca. Startbereite Flugzeuge in Palma konnten nicht abheben.

Wohl eine gezielte Aktion

Laut Medienberichten gehen die Behörden davon aus, dass es sich um eine gezielte Aktion handelte, die Migranten illegal nach Spanien bringen sollte. Polizei und Sicherheitsbeamte nahmen die Suche nach den Passagieren auf, von denen mindestens fünf in einer in der Nähe des Flughafens gelegenen Gemeinde festgenommen werden konnten, wie die „Mallorca Zeitung“ (MZ) erfuhr. Auch den übrigen Personen dürfte es gelungen sein, über den Flughafenzaun zu klettern.

Bei dem Passagier, der die Zwischenlandung erzwang, seien im Krankenhaus keine Beschwerden festgestellt worden, so die MZ. Er habe ein diabetisches Koma offenbar nur simuliert. Der angebliche Patient sei wegen des Verdachts der Begünstigung illegaler Einreise festgenommen worden.

Erst nach einer rund dreistündigen Unterbrechung sei der Flugbetrieb in Son Sant Joan wieder aufgenommen worden, meldete der Flughafenbetreiber AENA kurz nach Mitternacht auf Mallorca.

wa/AR (dpa, aena.es)