Der Unfall ereignete sich am Freitagabend in dem östlichen Vorort Wellington. Wie Zeugen berichten, waren nach dem Zusammenstoß viele Menschen mit Behältern zu dem Tankfahrzeug geeilt, um Benzin abzuschöpfen. Kurz darauf explodierte der Tanklaster.

Umliegende Geschäfte und Autos gingen in Flammen auf. Die Zahl der Todesopfer liegt derzeit bei 99, mehr als 100 Verletzte werden in Krankenhäusern und Kliniken in der Hauptstadt behandelt, wie der stellvertretende Gesundheitsminister Amara Jambai der Agentur Reuters berichtete. In örtlichen Medien war dagegen von hunderten Opfern die Rede.

Präsident Julius Maada Bio, der am Freitag an der UN-Klimakonferenz in Glasgow (COP26) teilgenommen hatte, wird in Kürze in Freetown erwartet. Bio twitterte: „Mein tiefes Mitgefühl gilt den Familien, die Angehörige verloren haben, und denjenigen, die durch die Explosion schwer verletzt wurden.“ Er kündigte an, seine Regierung werde „alles tun, um die betroffenen Familien zu unterstützen“.

Am Tag nach der Katastrophe versammelten sich hunderte Menschen am Unglücksort, viele suchten nach vermissten Angehörigen

Die Bürgermeisterin von Freetown, Yvonne Aki-Sawyerr, sprach von „erschütternden“ Bildern und kündigte an, dass die Zahl der Opfer sich noch erhöhen könne.

Die Hafenstadt Freetown, in der etwas mehr als eine Million Menschen leben, war schon mehrfach von schweren Katastrophen betroffen. Im vergangenen März wurden mehr als 80 Menschen verletzt, nachdem ein Großbrand in einem der Slums der Stadt mehr als 5000 Menschen in die Flucht getrieben hatte. 2017 kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben, nachdem schwere Regenfälle zu einer Schlammlawine geführt hatten.

Die Explosion am Freitagabend war weithin sichtbar

Bei Unfällen mit Tanklastwagen in Afrika südlich der Sahara sind bereits zahlreiche Menschen ums Leben gekommen, die sich am Unfallort versammelt hatten, um ausgelaufenen Treibstoff aufzufangen, und dann von weiteren Explosionen getroffen wurden.

Im Jahr 2019…