Nach den härtesten Monaten der Corona-Pandemie war es für viele Musikfans in diesem Sommer und Herbst eine Wohltat, endlich wieder ihre Lieblings-Acts live sehen zu können, ohne Angst vor Ansteckung in der Menge zu baden und gemeinsam zur Musik zu tanzen. Ausgerechnet dabei kam es in den USA jetzt zu einem tödlichen Unfall: Beim Konzert des Rappers Travis Scott auf dem von ihm selbst gegründeten Festival Astroworld kamen mindestens acht Menschen ums Leben. Die Umstände der Katastrophe werden zurzeit untersucht. 

2010 gab es auch in Deutschland eine große Tragödie: Bei der Loveparade in Duisburg starben 21 Menschen, 652 wurden verletzt. Hier passierte die Katastrophe durch Gedränge in den viel zu engen Zugangsbereichen. Eine ähnliche Situation wie in Texas – mit Tumulten vor der Bühne – gab es im Jahr 2000 beim Musikfestival im dänischen Roskilde. Damals entstand beim Konzert der Band Pearl Jam besonders dichtes Getümmel, immer mehr Menschen versuchten, Richtung Bühne zu gelangen, die gesamte Masse an Fans geriet in Bewegung und drückte immer fester gegen die vorderen Reihen. Dabei gingen zahlreiche Fans zu Boden. Neun von ihnen kamen ums Leben, viele weitere wurden verletzt.  

Der Bereich vor der Bühne des Roskilde-Festivals nach dem Unglück im Jahr 2000

Veränderungen in der Festivalkultur

Die Katastrophe hatte damals weitreichende Folgen. Das Festival verbesserte seine Sicherheitsvorkehrungen in den Jahren darauf enorm: Zu den ersten Maßnahmen gehörten abgesperrte Sicherheitszonen, Asphaltierungen und umfangreichere Schulungen für die Sicherheitskräfte. Heute gelten die Sicherheitskonzepte aus Roskilde als vorbildlich, haben weltweit Schule gemacht und wurden von zahlreichen anderen Großveranstaltungen übernommen. 

Was bis weit in die Neunziger noch als völlig normal galt – nämlich bei einem Rock-Konzert über das halbe Festivalgelände oder durch den Konzertsaal geschleudert zu werden – gehört heute auch dank sogenannter „Wellenbrecher“ der…