Landesparteitag in Sachsen
Kretschmer bekommt bei Wiederwahl nur mageres Ergebnis

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer erhält von seiner Partei ein schwaches Ergebnis. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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Als Regierungschef hat Michael Kretschmer in Sachsen sehr hohe Zustimmungswerte. Doch bei seiner Wiederwahl als Parteichef wird klar, dass er in den eigenen Reihen nicht mehr unumstritten ist.

Die sächsische CDU hat ihren Vorsitzenden Michael Kretschmer für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt – allerdings mit einem eher mageren Ergebnis.

Der 46-Jährige erhielt auf einem Landesparteitag in Dresden eine Zustimmung von 76,35 Prozent. Bei 214 abgegebenen Stimmen bekam er 155 Stimmen, elf Delegierte enthielten sich. Damit schnitt Kretschmer deutlich schlechter ab als bei vorherigen Abstimmungen. 2017 hatte er bei seiner ersten Wahl 90 Prozent der Stimmen auf sich vereinen können, zwei Jahre später waren es sogar 95,5 Prozent.

Nach seiner Wahl schlug Kretschmer wie erwartet Amtsinhaber Alexander Dierks als Generalsekretär vor. Er erhielt ein fast identisches Ergebnis wie der Landesvorsitzende. Die Zustimmung für Dierks lag bei 75,5 Prozent.

Kretschmer zur Lage der CDU

In seine Rede vor rund 250 Delegierten ging Kretschmer gleich zu Beginn auf die Lage der CDU in Deutschland ein. Seiner Ansicht nach braucht die Union bei ihrer Erneuerung einen langen Atem. Es gehe nicht um einen Sprint. «Wir müssen uns auf einen Marathonlauf einrichten.» Kretschmer forderte Teamgeist und einen «wirklichen Ruck». Auch in der Sachsen-CDU müsse man sich Gedanken über einen Aufbruch machen und ihre Basis verbreitern. 10.000 Mitglieder reichten nicht aus: «Wir brauchen mehr Menschen, die sich für diese Demokratie engagieren.» Die CDU müsse auf diese Leute zugehen.