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„Die Stunde Null“
Alnatura-Chef Götz Rehn über sein Bio-Imperium: „Alle haben gesagt, das wird nie funktionieren“

Alnatura-Gründer Götz Rehn in der Darmstädter Firmenzentrale

© Frank Rumpenhorst/DPA / Picture Alliance

Die Biosupermarktkette Alnatura ist ein Pionier der Ökobranche – der Gründer Götz Rehn hat ein Modellunternehmen geschaffen. Vor dem Hintergrund des Klimagipfels in Glasgow hat er eine eindringliche Botschaft: Alle Unternehmen müssen umsteuern.

Götz Rehn ist ein Unternehmer, der ganz andere Botschaften hat als andere Firmen und Gründer, und zwar seit Jahrzehnten. Er stellt den Sinn vor den Profit, der Mensch ist Mittelpunkt, Weniger ist Mehr. Er fordert seit Jahren „Wirtschaft neu zu denken“ und umzusteuern. Gleichzeitig hat er mit Alnatura gezeigt, dass man mit solchen Prinzipien der Nachhaltigkeit erfolgreich sein kann.

Im Bio-Segment hat Rehn einen Hidden Champion aufgebaut, der zuletzt um 20 Prozent gewachsen ist und die Umsatzmilliarde geknackt hat. 142 Märkte in 67 Städten hat Alnatura, 1300 eigene Produkte, dazu Handelspartner in 14 Ländern und 12.800 Filialen. 

Auf die bisherigen Verhandlungen des COP26-Klimagipfels in Glasgow schaut er verhalten. Die Ergebnisse „halten sich in Grenzen“, sagte er im Podcast „Die Stunde Null“. „Wir machen einfach den großen Fehler, dass wir die Erde überlasten.“ Seine Botschaft: mehr Tempo. Einen oft unterschätzten Hebel sieht er in der Landwirtschaft. „50 Prozent der Biokapazitäten der Erde werden heute nur für Ernährung benötigt“, sagte Rehn. Ein Großteil falle auf den „überzogenen Fleischkonsum“. „Ich bin nicht der Freund davon, dass wir kein Fleisch mehr essen, sondern es ist immer die Frage des Maßes“, sagte Rehn. Mehr ökologische Landwirtschaft würde Humus aufbauen, der wiederum CO2 bindet. „Und Sie haben sauberes Grundwasser.“ Bisher würden…