In Rom haben die Staats- und Regierungschefs der G20-Staaten nur einen Minimalkonsens in Sachen Klimaschutz beschlossen. In den Augen vieler Medien ein schlechtes Signal für den Klimagipfel in Glasgow. Die Presseschau.

Mit einem Signal an die UN-Klimakonferenz in Glasgow ist in Rom der G20-Gipfel zu Ende gegangen. In ihrer Abschlusserklärung stellten sich die stärksten Wirtschaftsnationen der Welt am Sonntag hinter das 1,5-Grad-Ziel. Doch während sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Italiens Ministerpräsident Mario Draghi zufrieden mit den Gipfelergebnissen zeigten, äußerten sich Klimaschützer enttäuscht. Auch UN-Generalsekretär António Guterres sprach von „nicht erfüllten Hoffnungen“. Die Kommentatoren internationaler Medien stellen sich zumeist auf die Seite der Kritiker:

„Guardian“, Großbritannien: Glasgow muss Kluft zwischen Reden und Handeln überwinden

„Es ist unwahrscheinlich, dass COP26 einen dramatischen Durchbruch wie in Paris erzielen wird, aber die Konferenz muss den Weg für konzertierte globale Maßnahmen ebnen, um die Reduzierung der Emissionen zu beschleunigen. Konkrete Maßnahmen sind in Bereichen wie dem Ausstieg aus der Kohle, der Reduzierung von Methangasemissionen, der Erhaltung von Kohlenstoffsenken wie Wäldern und Torfmooren und der Finanzierung des Klimaschutzes in Entwicklungsländern erforderlich. Als Gastgeber von COP26 wird Großbritannien in den nächsten zwei Wochen für die Durchführung der Konferenz verantwortlich sein. Dabei ist es – gelinde gesagt – bedauerlich, dass Premierminister Boris Johnson zwar die Trommel rührt, damit die Staaten mehr Maßnahmen ergreifen, seine eigene Regierung aber unbekümmert mit der Vergabe neuer Lizenzen für Ölfelder in der Nordsee fortfährt. Genau diese Kluft zwischen Rhetorik und Handeln muss in Glasgow angesprochen werden, wenn die Konferenz ein Erfolg werden soll. Es ist kein Spielraum mehr vorhanden. Was in…