US-Präsident Joe Biden und sein türkischer Kollege Recep Tayyip Erdogan wollen die zuletzt arg strapazierten Beziehungen ihrer beiden Länder wieder verbessern. Dazu zogen sich beide am Rande des G20-Gipfels in Rom gut eine Stunde zu einem Zweiergespräch hinter verschlossenen Türen zurück.

Dabei habe Biden „seinen Wunsch nach konstruktiven Beziehungen mit der Türkei und nach einem effektiven Weg, um unsere Differenzen zu überwinden“, deutlich gemacht, sagte ein US-Vertreter im Anschluss. „Das Treffen fand in einer positiven Atmosphäre statt“, hieß es von türkischer Seite nach dem Gespräch der beiden Staatschefs.

Gemeinsames Engagement, Stärkung der Beziehungen

Die Präsidenten „drückten ihr gemeinsames Engagement für die weitere Stärkung der Beziehungen zwischen der Türkei und den USA aus und vereinbarten, einen gemeinsamen Mechanismus zu diesem Zweck einzurichten“, teilte das türkische Präsidialamt mit. Sie hätten zudem „die Bedeutung der NATO bekräftigt“.

YPG-Kämpfer in Nordsyrien (2019): Terrorist oder Anti-IS-Verbündeter?

Erdogan richtete sich auch noch persönlich an die Presse und machte seine Haltung zu einem der vielen Streitthemen deutlich: die unterschiedliche Einschätzung der syrischen Kurdenmiliz YPG. Sie wird von den USA als Verbündeter im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ im Nordosten Syriens betrachtet, von der Türkei jedoch als terroristische Vereinigung eingestuft. Er habe Biden gegenüber bekräftigt, so Erdogan, dass die Türkei die Unterstützung der YPG durch die USA ablehne.

Nicht nur in Sachen YPG – zwischen den Regierungen in Ankara und Washington hatte es in den vergangenen Jahren bei zahlreichen außen- und innenpolitischen Themen Reibungen gegeben. So veranlasste der Kauf eines russischen S-400-Luftabwehrsystems durch die Türkei im Jahr 2019 die USA dazu, türkische Pläne zum Erwerb von rund hundert US-Kampfflugzeugen der neuesten Generation (F-35) zu blockieren.

Hochmoderner US-F-35-Kampfjet (in Kalifornien): Keine…