Mit kruden Thesen über die Corona-Impfung und Long Covid hat die „Linken“-Politikerin Sahra Wagenknecht bei „Anne Will“ nicht nur SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach verärgert.  

Von Andrea Zschocher

Ob Sahra Wagenknecht ihre Zusage zu „Anne Will“ nach der Sendung bereute? Unklar, vermutlich ist die Politikerin davon überzeugt, im Recht zu sein, immerhin hatte sie ja (selbst ausgesuchte) Studien im Gepäck und ein Drittel der Deutschen hinter sich, die wie sie eben ungeimpft sind. Dass ihre Partei „Die Linke“ die Zusage zur Show bereut, ist dagegen recht wahrscheinlich. Denn das, was Wagenknecht da nahe am Rande der Verschwörungsmythen in der Sendung verbreitete, wird der Partei langfristig vermutlich schaden. Bei dem Sendungsthema „Steigende Neuinfektionen, Sorge wegen Impfskepsis – Hilft oder schadet mehr Druck auf Ungeimpfte?“ war ein Schlagabtausch zu erwarten, aber soviel Kopfschütteln in einer Politik-Talkshow war selten.

Zu Gast bei „Anne Will“ waren:

Sahra Wagenknecht(Die Linke), Mitglied des Deutschen Bundestages

Christina Berndt, Wissenschaftsredakteurin bei der „Süddeutschen Zeitung“

Karl Lauterbach(SPD), Mitglied des Deutschen Bundestages, Epidemiologe

Marco Buschmann (FDP), Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der Bundestagsfraktion

Nicht alles, was Sahra Wagenknecht in der eher kleinen Runde von sich gab, war vollkommen falsch. Natürlich ist es problematisch, wenn jeder sich öffentlich erklären muss, warum er oder sie (nicht) geimpft ist. Und es stimmt auch, dass es eine ganz individuelle Entscheidung ist, dies zu tun oder zu lassen. Auch, dass das Gesundheitswesen seit vielen Jahren immer weiter kaputt gespart wurde, stimmt. Vieles andere an diesem Abend war aber, um mal Karl Lauterbach zu zitieren „einfach…