Auf das Konto der G20-Gruppe, in der die größten Wirtschaftsmächte der Welt vereint sind, gehen 80 Prozent der klimaschädlichen Emissionen. Ihre Verantwortung für den Verlauf des Klimawandels ist entsprechend groß. Doch die G20 konnten sich zum Abschluss ihres Gipfels in Rom offenbar nicht auf eine ehrgeizige Erklärung zum Klimaschutz verständigen. Wie aus dem ausgehandelten Text für das Kommuniqué hervorgeht, das verschiedenen Nachrichtenagenturen vorliegt, gibt es weiter kein klares Zieldatum für die wichtige Kohlendioxidneutralität und den Ausstieg aus der Kohleverstromung.

Statt des erhofften „starken Signals“ zum Auftakt der Weltklimakonferenz (COP26) in Glasgow herrschte bis zuletzt Uneinigkeit. Während anfangs konkret das Jahr 2050 für „Netto-Null-Emissionen von Treibhausgasen oder Kohlendioxidneutralität“ festgeschrieben werden sollte, ist als Ziel nur noch allgemein von „bis oder um die Mitte des Jahrhunderts“ die Rede. Damit ist gemeint, dass nur so viel Emissionen ausgestoßen werden wie auch wieder gebunden werden können.

Nur vages Neutralitätsziel

Die EU hatte sich bereits auf das Zieljahr 2050 für CO2-Neutralität festgelegt. Deutschland will dieses Ziel bis 2045 erreichen. Die Abschwächung des Kommuniqués erfolgte offenbar aus Rücksicht auf China und Russland, die das Ziel erst 2060 anstreben. Indien möchte sich nicht festlegen. Auch gab es keine Einigung mehr auf „sofortiges Handeln“, wie es in einem anfänglichen Entwurf noch geheißen hatte. Jetzt ist weniger dringlich von „bedeutungsvollem und wirksamen Handeln“ die Rede.

Nur allgemein bekräftigt die G20, dass sie weiter den Zielen des Pariser Abkommens verpflichtet sei, die Erderwärmung „deutlich unter zwei Grad zu halten und Bemühungen zu verfolgen, sie auf 1,5 Grad zu begrenzen“. Experten halten dafür aber eine deutliche Nachbesserung der Aktionspläne der einzelnen Länder für erforderlich.

Kohleausstieg „so schnell wie möglich“

Ein Kohleausstieg wurde nicht einmal direkt…