Sudans Militär demonstrierte seit dem Morgen mit massiver Präsenz in den Straßen der Hauptstadt Khartum Stärke. Sicherheitskräfte blockierten Brücken zu Nachbarstädten verbinden und richteten an Hauptverkehrsstraßen Kontrollpunkte ein. Fußgänger und Autofahrer wurden stichprobenartig durchsucht.

Das alles hielt viele Anhänger der Demokratiebewegung nicht davon ab, landesweit auf die Straße zu gehen. Auf Fernseh-Live-Bildern waren Menschenmassen zu sehen, die friedlich aber lautstark durch die Straßen Khartums ziehen. Die Demonstranten skandierten Slogans wie „Nein, nein zur Militärherrschaft“ und „Wir sind freie Revolutionäre“. Sie forderten die Wiedereinsetzung der von Zivilisten geführten Übergangsregierung und die Rückkehr auf den Pfad der Demokratie.

Im Osten der Hauptstadt setzten Protestierende Autoreifen in Flammen. Auch in anderen Landesteilen wurde protestiert. In der Stadt Omdurman starben nach Angaben von Ärzten zwei Menschen durch Schüsse von Milizionären.

Schon bis zu 30 Tote?

Die Furcht vor gewaltsamen Zusammenstößen bei den Protesten ist groß, nachdem das Militär am Montag die Macht in dem nordostafrikanischen Land übernommen hatte. Seitdem gehen landesweit täglich tausende Menschen auf die Straße. Bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften wurden nach Ärzteangaben bislang mindestens acht Demonstranten getötet und 170 verletzt. Ein US-Beamter sprach sogar von 20 bis 30 Toten. Die für diesen Samstag geplanten Proteste bezeichnete er als „echten Test“ für die Absichten des Militärs.

Derzeit der starke Mann im Sudan: General Abdel Fattah al-Burhan

Sowohl die Vereinten Nationen als auch die Europäische Union mahnten das Militär im Vorfeld der angekündigten Proteste und Demonstrationen zur Zurückhaltung. UN-Generalsekretär António Guterres erklärte in New York, die Machthaber im Sudan sollten „nicht noch mehr Opfer verursachen“. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell betonte, die Demonstranten seien mit Respekt zu…