Vor etwa 90 Jahren vernichteten Gier und Raubbau die Prärie in den USA. Als nach der Wirtschaftskrise noch eine Dürre folgte, türmten Stürme den lebenspendenden Boden zu bis zu 3000 Meter hohen Staubwänden auf – den Black Blizzards.

Am 15. April 1935 verschwand die Sonnenscheibe in Mental Floss vom Himmelszelt. Es wurde so dunkel, dass man seine Hand vor Augen nicht mehr sehen konnte. Selbst in geschlossenen Räumen konnte man an dem „Black Sunday“ niemanden im Raum sehen. 1000 Meilen war die Sturmfront lang. Sie ragte schwarz in die Himmel, so hoch wie ein Gebirge wälzte sich eine Wand aus Dreck mit sich. Ein Staub, der vor Kurzem noch fruchtbarer Ackerboden war und nun davongetragen wurde. Und mit ihm die Lebensgrundlage von Tausenden von Bauernfamilien.

Von Menschen gemachte Katastrophe

Diese Staubstürme, die Black Blizzards, gelten als einer der größten ökologischen Katastrophen, die Menschen je verursacht hatten. Auch wenn Trockenheit und natürliche Stürme mitwirkten, waren diese Stürme im Kern von Menschen gemacht. Und das geschah in kaum mehr als zehn Jahren. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die USA zum großen Getreideexporteur und füllten die Lücke aus, die das zaristische Russland hinterlassen hatten.

Vor dem Staub gab es kein Entrinnen.

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Die Getreidepreise explodierten. Mit Landwirtschaft konnten auch kleine Leute auf einmal zu Geld kommen. Selbst mit einer kleinen Farm konnte man in den 1920ern mehr Geld machen, als der berühmteste Baseballspieler der Zeit, Babe Ruth, verdiente. Es begann ein Goldrausch für Getreide. Die massenhafte Einführung des Traktors ermöglichte es, die endlosen Prärien im Inneren des Landes in wenigen Jahren unterzupflügen und in Getreidefelder zu verwandeln. Zu der Zeit, als die Great Plains Mitte des 19. Jahrhunderts besiedelt wurden, war das Land mit Präriegras bedeckt. Es…