COP26
Warnung vor zu hohen Erwartungen an die Weltklimakonferenz

Bundesumweltministerin Svenja Schulze warnt vor verallgemeinerter Kritik an der Klimaschutz-Politik. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Über die Wichtigkeit der Klimakonferenz in Glasgow sind sich alle einig. Darüber, ob sie auch die nötigen Ergebnisse bringt, herrscht noch Skepsis.

Politik und Wirtschaft haben von den Teilnehmern der Weltklimakonferenz entschiedenes Handeln gefordert, gleichzeitig aber vor zu hohen Erwartungen gewarnt.

«Es wäre ein Fehler, von Weltklimakonferenzen die spontane Weltrettung zu erwarten – dafür ist die Herausforderung zu komplex», sagte Bundesumweltministerin Svenja Schulze dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. «Klimakonferenzen funktionieren nicht nach dem Prinzip Alles oder Nichts. Das ist ein Langstreckenlauf, bei dem jede Etappe ihre Bedeutung hat. Glasgow wird nicht Paris 2.0», sagte die SPD-Politikerin.

Zugleich warnte sie die Klimabewegung vor «Endzeitdebatten» und zu sehr verallgemeinerter Kritik an der Klimaschutz-Politik. «Fortschritte sind möglich und finden statt.» Der Klimaschutz genieße mittlerweile weltweit höchste Priorität, auch in den deutschen Koalitionsverhandlungen. Das sei «ein Riesenschritt nach vorn und hat im Übrigen auch etwas mit dem Engagement der Klimabewegung zu tun», sagte Schulze. «Diese Endzeitdebatte, wonach die Welt unterginge, wenn wir uns jetzt nicht alle sofort in unser stilles Kämmerlein begeben, uns nicht mehr bewegen und nichts mehr essen – ich übertreibe hier mal absichtlich – führt nicht zum Ziel. Natürlich ist es besser für Umwelt, Klima und übrigens auch Gesundheit, wenn wir in Deutschland zum Beispiel weniger Fleisch essen. Aber man sollte nicht glauben, dass damit die Klimakrise gelöst wäre.»

Müller: Dramatische Folgen für arme Länder