Ein Anruf in Erfurt. Nein, Kyle Beach wolle sich zu der Geschichte nicht mehr äußern. Und es sei auch Aufgabe des Vereins, sich nun schützend vor den Spieler zu stellen, sagt die Sprecherin der Black Dragons Erfurt der DW. Beach habe sich einmal „nackt gemacht“ mit seiner Aussage, und nun stehe er für weitere Interviews zu diesem Thema nicht zur Verfügung.

Niemand, der für diese Haltung kein Verständnis hätte. Beach, 31, steht seit 2020 als Stürmer in Erfurt unter Vertrag. Er war es, der mit seiner Aussage einen Missbrauchsskandal in der nordamerikanischen Profiliga NHL ins Rollen brachte, in dessen Nachgang nun der Chefcoach der Florida Panthers, Joel Quenneville, zurücktrat. Mehr als zehn Jahre nach den eigentlichen Vorgängen.

Nicht nachgegangen 

Die Sache hatte sich nicht in Florida, sondern in Chicago ereignet. Quenneville, heute 63, zog die Konsequenzen aus einem möglichen Fehlverhalten in seinem damaligen Team – und aus einem Untersuchungsbericht, der in dieser Woche veröffentlicht wurde. Laut diesem gehörte Quenneville 2010 zu einer Gruppe Verantwortlicher bei den Chicago Blackhawks, die die Missbrauchsvorwürfe gegen einen Assistenztrainer nicht verfolgt hatten. Vorgetragen hatte die Vorwürfe: Kyle Beach.

Kyle Beach auf einem Archivbild aus dem Jahr 2013. Damals spielte er noch für die Chicago Blackhawks

Auch der Blackhawks-Präsident ist weg 

Quenneville ist nicht irgendjemand in der NHL. Während seiner Zeit als Cheftrainer in Chicago gewann er dreimal den Stanley Cup (2010, 2013, 2015). Seinem Rücktritt war ein Gespräch mit NHL-Commissioner Gary Bettman vorausgegangen. Alle Beteiligten seien sich laut eines NHL-Statements einig gewesen, dass es „nicht länger angemessen ist, dass er als Floridas Cheftrainer arbeitet“. Aufgrund des Vorfalls war am Dienstag bereits Blackhawks-Präsident Stan Bowman zurückgetreten. Zudem wurde der Klub mit einer Geldstrafe von zwei Millionen Dollar belegt.

Der Mut des Spielers

„Ich bewundere Kyle Beach für seinen…