In einigen Tagen wird Kent Nagano 70 und sein Terminkalender ist voll. Von Ruhestand kann keine Rede sein. Noch eingeschoben hat er die Aufführung der Missa Solemnis im Kölner Dom mit dem Originalklang-EnsembleConcerto Köln, dem Vokalensemble des Kölner Doms sowie namhaften Solistinnen und Solisten. Das Konzert war im Rahmen des Bonner Beethovenfestes eigentlich schon für 2020 geplant, konnte aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden.

Kent Nagano und Concerto Köln sind ein eingespieltes Team. Seit 2017 arbeiten sie gemeinsam an einem großen Forschungsprojekt zu Wagners Zyklus „Ring des Nibelungen“. Wagners „Rheingold“ führen sie am 18. November in der Kölner Philharmonie auf. Es geht darum, Wagner aus dem Blickwinkel der historischen Aufführungspraxis zu interpretieren. Auch die Missa Solemnis von Ludwig van Beethoven wird auf historischen Instrumenten gespielt und interpretiert.

Das Ensemble Concerto Köln hat befreundete Musiker dazu geholt um eine Orchesterstärke von 40 Personen zu erreichen

„Kent Nagano nimmt die historische Aufführungspraxis sehr ernst“, sagt Alexander Scherf, künstlerischer Leiter von Concerto Köln. Nagano sei kein ausgewiesener Experte der historischen Aufführungspraxis und deshalb auf das Fachwissen des Ensembles angewiesen. „Er nimmt das auf und entwickelt daraus ein großes Ganzes.“ Die Arbeit mit ihm sei ein ständiges Geben und Nehmen. „Das ist auch die einzige Arbeitsweise, die wir als rebellisches altes Ensemble akzeptieren“, sagt Scherf scherzhaft im Gespräch mit der DW.

Beethoven im Originalklang

Normalerweise spielt das Ensemble ohne Dirigenten, doch Kent Nagano haben die Mitglieder wegen seiner Offenheit sogar zu ihrem „Ehrendirigenten“ ernannt. Nagano hat sich dafür auf der Homepage des Ensembles bedankt: „Die Energie und Kraft des Orchesters, das zupackende Spiel und die musikalische Neugier von Concerto Köln sind inspirierend. Ich freue mich sehr, Ehrendirigent dieses Ensembles zu sein.“

Concerto Köln ist…