Gas- und Ölkonzern
Shell rutscht überraschend ins Minus

Shell hat für das dritte Quartal rote Zahlen verkünden müssen. Foto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

© dpa-infocom GmbH

Nach der Corona-Krise steigen die Ölpreise deutlich – aber der Energiegigant Shell schreibt rote Zahlen. Und Konzernchef Ben van Beurden hat noch andere Sorgen.

Der Gas- und Ölkonzern Shell ist im dritten Quartal wegen der Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten überraschend in die roten Zahlen gerutscht.

Konzernchef Ben van Beurden verordnete dem Unternehmen zudem schärfere Klimaziele und reagiert damit auch auf Kritik von Investoren und ein Gerichtsurteil aus dem Frühjahr. Unter dem Strich stand in den Monaten Juli bis September ein Verlust von 447 Millionen Dollar (385 Mio Euro) nach einem Gewinn von 3,4 Milliarden Dollar im zweiten Quartal, wie der britisch-niederländische Konzern am Donnerstag mitteilte.

Abschreibung in Miliardenhöhe

Grund war eine Abschreibung von 5,2 Milliarden Dollar auf die Bewertung von Terminkontrakten für Rohstoffe, die das Unternehmen zur Absicherung von Schwankungen auf den Märkten abgeschlossen hatte. Zudem belasteten die Folgen des Hurrikans «Ida», der zu Ausfällen bei der Förderung führte. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn ging deshalb im Quartalsvergleich trotz höherer Ölpreise um rund ein Viertel auf 4,1 Milliarden Dollar zurück. Der Umsatz lag wie im zweiten Quartal bei knapp 62 Milliarden Dollar.

Da der Vorjahreswert stark von den Folgen der Corona-Krise und dem Ölpreisverfall belastet war, ist der Quartalsvergleich aussagekräftiger. Inzwischen hat sich der Markt erholt: Öl kostet so viel wie seit Jahren nicht mehr.

Van Beurden verteidigte die Aufstellung des Konzerns mit der breiten Palette über Gas und Öl bis…