von Axel Palm
29.10.2021, 09:50 Uhr

Fair produzierte Smartphones sind noch immer eine Seltenheit. Der Grund ist traurig. Den meisten Verbrauchern geläufig ist das Fairphone. Aber welche Alternativen nehmen es mit dem nachhaltig gefertigten Platzhirsch auf?

Ein nachhaltiges Leben zu führen ist leichter gesagt als getan. In einigen Bereichen unseres Alltags haben Verbraucher wenig bis keine Möglichkeiten, zu fair produzierten und ökologischen Produkten zu greifen. Das ist vor allem bei Technik wie Smartphones und Laptops der Fall. Im Geschäft sehen Verbraucher:innen in der Regel das fertige Hochglanzprodukt. Was da aber drin steckt und wie es hergestellt wird, ist in der globalisierten Wirtschaft mit seinen weltweiten Lieferketten und Produktionsstätten so komplex wie die Geräte selbst.

Rohstoffe, Smartphones und Kinderarbeit

Etwa 60 verschiedene Rohstoffe schlummern in einem Smartphone, darunter Eisen, Silizium, Gold, Magnesium, Kupfer, Nickel, Zinn, Palladium und seltene Sande und Erden. Zum Teil werden die unter menschenverachtenden Bedingungen gewonnen und das immer dann, wenn sie aus den ärmsten Regionen der Welt kommen – beispielsweise dem Kongo. In den dortigen Minen buddeln unter anderem Kinder nach Kobalt, wie Amnesty International in einem Bericht von 2016 offengelegt hat.

Das Metall ist für Akkus in Handys und Elektroautos unverzichtbar. Wie und wo sich die Rohstoffe zur Weiterverarbeitung sammeln, ist ebenfalls ein weltweites Spektakel. Die Rohstoffe für Chips landen meist in indischen Fabriken und werden dort weiterverarbeitet. Das Endprodukt – also der fertige Chip – reist dann in Richtung China und Taiwan weiter, um dort möglichst kostengünstig mit weiteren Bauteilen aus aller Welt zu einem Smartphone zu mutieren. Das wiederum landet containerweise per Frachter in Europa, Amerika, Australien und Ozeanien und allen anderen…