Die unerfreuliche Nachricht verkündete der Premierminister persönlich. Pohiva Tu’i’onetoa sagte vor Journalisten, ein Passagier eines Rückführungsfluges aus Christchurch auf der Südinsel Neuseelands sei positiv getestet worden. Die Person sei zusammen mit den 214 anderen Passagieren seit ihrer Ankunft in Neuseeland isoliert worden und in einem Hotel unter Quarantäne gestellt worden.

Nach Berichten lokaler Medien befanden sich in dem Flugzeug auch Saisonarbeiter und einige Offizielle der tongaischen Olympiamannschaft, die auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen im August in Neuseeland bleiben mussten. Ihnen war wochenlang die Einreise nach Tonga verweigert worden, nachdem in Neuseeland COVID-19-Fälle entdeckt worden waren.

Bisher effektive Abschottung

Die Inselstaat Tonga, der etwa 2.300 Kilometer nördlich von Neuseeland liegt, hat die Grenzen geschlossen, als die Corona-Pandemie begann. Seither wurde kein einziger Fall von COVID-19 registriert. Damit gehörte Tonga zu den wenigen verbleibenden Nationen der Welt, die bisher Ausbrüche des Virus vermeiden konnten. Auf der Inselgruppe leben etwa 106.000 Menschen.

Die nahe gelegenen Fidschi-Inseln blieben bis April von größeren Corona-Ausbrüchen verschont. Doch dann traf im April die besonders ansteckende Delta-Variante über die Inselkette herein. Seitdem haben sich mehr als 50.000 Menschen angesteckt. 673 Menschen starben.

Der Premierminister von Tonga, Pohiva Tu’i’onetoa

Premierminister Tu’i’onetoa forderte die tongaische Bevölkerung auf, sich auf mögliche Einschränkungen vorzubereiten und sich impfen zu lassen. Nach Ansicht von Beobachtern steht das Königreich nun vor großen Herausforderungen, weil das Gesundheitssystem als unterfinanziert gilt. In Tonga haben etwa 48 Prozent der in Frage kommenden Bevölkerung eine erste Impfdosis erhalten, während 31 Prozent vollständig geimpft sind.

Neue Infektionsfälle in Christchurch

Die neuseeländischen Gesundheitsbehörden meldeten am Donnerstag zwei Fälle in…