Sechs Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen kommt die Weltgemeinschaft in Glasgow zusammen. Wird es endlich Fortschritte geben? Es kommt auf die größten Klimasünder an. Ein Überblick.

Große Worte, aber noch wenig Taten. Die vier größten Produzenten von Treibhausgasen – China, die USA, die Europäische Union und Indien – haben vor dem Weltklimagipfel (COP26) von Sonntag an im schottischen Glasgow langfristige und teils ehrgeizige Ziele im Kampf gegen den Klimawandel verkündet. Um die Erderwärmung aber wirklich auf 1,5 Grad zu begrenzen, müsste sich schon in diesem Jahrzehnt vieles ändern. Nur hapert es an der konkreten Umsetzung. Es gibt politische Widerstände – und Hintertüren mit folgenschweren Auswirkungen.

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Europäische Union: Ambitionen nur auf den ersten Blick beeindruckend

Die Zusagen, mit denen die Europäische Union zur COP26 reist, sind auf den ersten Blick beeindruckend. Die Mitgliedstaaten wollen die Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent unter den Wert von 1990 drücken. Zuvor war lediglich ein Minus von 40 Prozent angestrebt worden. Zudem wurde mit dem jüngsten Klimagesetz auch das Ziel der Treibhausgas-Neutralität bis zum Jahr 2050 festgeschrieben.

Das heißt, dass 2050 alle Emissionen in der EU soweit wie möglich vermieden werden sollen. Was doch noch freigesetzt wird, muss wieder ausgeglichen werden – etwa durch nachhaltig bewirtschaftete Wälder und Böden, die Treibhausgase aus der Atmosphäre entfernen.

Wenn es aber um die Pläne zur Umsetzung geht, ist die Gemeinschaft der 27 Staaten bei weitem nicht so vorbildlich wie sie sein könnte. Zwar hat die EU-Kommission unter dem Motto „Fit for 55“ im Sommer konkrete Vorschläge vorgelegt. Derzeit sieht es aber danach aus, dass die Verhandlungen darüber frühestens nach Präsidentenwahl im April in Frankreich richtig beginnen werden. Denn viele der Maßnahmen haben erhöhte Kosten für…