Ungeachtet der vielen Einschränkungen wollen sich die meisten Menschen, die noch keine Corona-Impfung in Deutschland haben, auch in nächster Zeit nicht impfen lassen. 65 Prozent der Nichtgeimpften werden sich in den kommenden acht Wochen auf keinen Fall ein entsprechendes Vakzin verabreichen lassen, wie eine Online-Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums zeigt. 23 Prozent sagen danach eher nein – insgesamt wollen also fast neun von zehn Nichtgeimpften auch demnächst keine Impfung.

Die Befragung erfolgte vom 29. September bis zum 10. Oktober 2021 mit dem Ziel, die Gründe für die Nicht-Impfung zu untersuchen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer machten vielfältige Angaben dazu.

Auch die Corona-Impfung von Kindern ist in Deutschland umstritten

Rund ein Drittel der Nichtgeimpften (34 Prozent) begründet seine Ablehnung damit, dass es die verfügbaren Impfstoffe für nicht ausreichend erprobt hält. 18 Prozent nennen Angst vor Nebenwirkungen als Grund, 16 Prozent betonen, nach eigenem Ermessen handeln zu wollen oder einen Impfzwang abzulehnen. 15 Prozent zweifeln an der Sicherheit der Impfstoffe, misstrauen den offiziellen Informationen oder haben Angst vor Impfschäden und Langzeitfolgen.

Laut der Umfrage teilen 69 Prozent der Nichtgeimpften voll und ganz oder eher die Ansicht, Corona sei ein Vorwand für mehr staatliche Kontrolle. 80 Prozent halten die Grundrechtseingriffe für schwerwiegender als die Gefahr durch das Virus. 89 Prozent teilen die Auffassung, dass die Medien einseitig über Corona berichten.

Der Chef des Robert Koch-Instituts, Lothar Wieler, (l.) und Gesundheitsminister Jens Spahn am 6. Oktober in Berlin

Ältere Menschen ab 55 Jahren geben den Angaben zufolge überdurchschnittlich häufig an, dass sie die bisher verfügbaren Impfstoffarten ablehnen. Jüngere Befragte unter 40 nennen einen Kinderwunsch überdurchschnittlich häufig als wichtigen Grund, sich gegen die Impfung zu entscheiden.