Taiwans Staatspräsidentin Tsai Ing-Wen sagte in einem Interview des US-Senders CNN: „Wir haben eine breite Palette an Kooperationen mit den USA, die darauf abzielen, unsere Verteidigungsfähigkeiten zu erhöhen.“ Auf die Frage, wie viele US-Soldaten in Taiwan im Einsatz seien, antwortete sie: „Nicht so viele, wie die Leute denken“. Sie habe „Vertrauen“, dass das amerikanische Militär die Insel im Falle eines chinesischen Angriffs verteidigen würde. Die Präsidentin verwies zur Begründung auf die langjährigen Beziehungen Taiwans zu den USA, „der Unterstützung durch das amerikanische Volk, durch den Kongress und die Regierung“.

Tsai nannte ihr Land ein regionales „Leuchtfeuer“ der Demokratie, das einem riesigen autoritären Nachbarn gegenüberstehe. Zugleich betonte sie, dass die Bedrohung durch Peking „jeden Tag“ wachse. Die Präsidentin rief demokratische Partner in der Region auf, die Inselrepublik zu unterstützen. „Wenn autoritäre Regime expansionistische Tendenzen zeigen, sollten sich demokratische Länder zusammentun, um ihnen entgegenzutreten. Taiwan steht an vorderster Front.“

Taiwanische Soldaten bei einer Militärübung in Taichung

Die Anwesenheit von US-Truppen wurde der Nachrichtenagentur AFP und anderen Medien Anfang des Monats von einem Pentagon-Beamten bestätigt. Mit dem CNN-Interview macht nun aber erstmals eine taiwanesische Regierungschefin eine US-Militärpräsenz auf der Insel öffentlich, seit die letzte US-Einheit 1979 abzog, als die Regierung Washington die Volksrepublik diplomatisch anerkannte.

Keine dauerhafte Stationierung

Derweil sagte der taiwanische Verteidigungsminister Chiu Kuo-cheng, die US-amerikanischen und taiwanesischen Truppen unterhielten seit langem Kontakte zueinander. „Wir tauschen Personal aus, und sie (die US-Soldaten) sind hier, um militärisch zusammenzuarbeiten, aber das ist nach meiner Definition etwas anderes als eine Stationierung von Truppen.“ Bei den Kontakten könne jedes Thema angesprochen werden. Er wies aber auch…