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Spotify und Radiosender: Partner, Wettbewerber oder beides?

Der Musikstreaming-Marktführer Spotify erntet die ersten Früchte seiner Podcast-Offensive. Foto: Fabian Sommer/dpa

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Der Musikstreaming-Marktführer Spotify erntet nun auch erste Früchte in Sachen Podcasts. Und der Konzern will noch mehr Anbieter auf seine Plattform locken. Was bedeutet das für traditionelle Radiosender?

Im Wettbewerb um den wachsenden Audiomarkt will der Streaminganbieter Spotify Radiosender und Verlage noch mehr auf seine Plattform ziehen. «Wir sehen uns eher wie einen Browser für Audio», sagte Spotify-Europachef Michael Krause am Mittwoch beim Audio-Gipfel der Münchner Medientage.

Spotify habe sich von einer reinen Musikstreaming-Plattform zu einem System für Musik und Podcasts mit vielen Inhalten und Anbietern gewandelt. «Da ist noch viel Möglichkeit für privates und öffentlich-rechtliches Radio, das auch zu nutzen», sagte Krause. Ein neuer Anbieter im Audiobereich seien auch Verlage mit ihren Podcasts. Gerade im Lokalen etwa gebe es da «tolle relevante Inhalte».

Spotify fährt Ernte ein

Der Musikstreaming-Marktführer erntet unterdessen die ersten Früchte seiner Podcast-Offensive. Im vergangenen Quartal sprangen die Werbeerlöse im Jahresvergleich um 75 Prozent auf 323 Millionen Euro. Ihr Anteil am gesamten Spotify-Geschäft stieg damit von gut 9 auf rund 13 Prozent, wie das Unternehmen aus Stockholm am Mittwoch mitteilte. Spotify hatte in den vergangenen Monaten mit Zukäufen und Exklusiv-Deals viel in den Ausbau des Podcast-Angebots investiert.

Deutschlandradio-Programmdirektorin Jona Teichmann nannte Spotify Partner und Wettbewerber zugleich. «Wir sind Partner, aber wir sind auch Konkurrenten», sagte sie. «Möglicherweise irgendwann werden wir nur noch Konkurrenten sein.»