Scholz im Schlepptau
Kanzlerin Merkel stimmt die Welt schon mal auf die Ampel ein

Vor der Übergabe ihrer Entlassungsurkunde durch Bundespräsident Steinmeier hört Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Finanzminister Olaf Scholz (SPD) Steinmeier bei einer Rede zu

© Bernd Von Jutrczenka / DPA

Ein Scheitern der Ampel-Gespräche? Hält auch Noch-Kanzlerin Angela Merkel für unwahrscheinlich, so scheint es. Sie lässt ihren mutmaßlichen Amtsnachfolger schon einmal ein paar wichtige Hände schütteln.

Wenn Anfang und Ende aufeinandertreffen, dann bilden sie einen Kreis – und auch wenn sich die Union lange an seiner Quadratur versuchte, indem sie verbissen an einer Jamaika-Option festhielt, nimmt die neue Regierung immer mehr Form an.

„Ich gehe fest davon aus, dass wir jetzt eine Ampel bekommen“, gestand zuletzt CSU-Chef Markus Söder ein, der nicht mehr an ein Scheitern der Koalitionsverhandlungen von SPD, Grünen und FDP in Berlin glaube. Hatte er zuvor die Bundespressekonferenz gesehen? Dort fiel ein Satz, der seine Feststellung belastbarer gemacht haben könnte: „Die Ampel funktioniert auch, bevor es sie gibt“, sagte die Grünen-Co-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt, die mit den möglichen Bündnispartnern den Pandemieplan für die kommenden Monate skizzierte. Zumindest das Thema Corona hat die Ampel schon übernommen, so der Eindruck.

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Und sogar die Liberalen, die im Koalitionspoker lange auf hard to get machten, zeigen sich nunmehr schwer angetan – sowohl optisch, wenn etwa Schnappschüsse mit künftigen Koalitionspartner:innen geteilt werden, als auch verbal, wenn Parteichef Christian Lindner und Generalsekretär Volker Wissing unisono erklären: Ein Scheitern der Verhandlungen ist „keine Option“. Schon ist…