Hauptstadtflughafen
Nach einem Jahr sucht der Flughafen BER noch Anschluss

Das Hauptgebäudes des Flughafen Berlin Brandenburg. Foto: Paul Zinken/dpa

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Jahrelang dauerte das Warten auf den neuen Hauptstadtflughafen, nun ist er tatsächlich schon zwölf Monate am Netz. So jedoch hatte sich niemand das erste Jahr vorgestellt.

Erst Leere im Lockdown, dann Ferienchaos im Herbst: Für Passagiere und Mitarbeiter war das erste Betriebsjahr des neuen Hauptstadtflughafens ein Jahr der Extreme.

«Bisher hat es am BER nicht einen einzigen Tag Normalität gegeben, wie wir sie von vor der Pandemie kennen», sagte Flughafenchefin Aletta von Massenbach.

Acht Millionen Fluggäste haben das neue Terminal bislang genutzt – im Jahr 2019 waren es in Berlin mehr als vier mal so viele. Neue Verbindungen sollen im nächsten Jahr mehr Schwung bringen. Ein besserer Anschluss an die Welt, darauf setzen auch die Unternehmen in der Region.

Bauskandal

Nach einem beispiellosen Bauskandal mit vielen Schwierigkeiten war der Flughafen am 31. Oktober 2020 eröffnet worden – neun Jahre später als geplant. Die Wirtschaft sei in der Wartezeit mit angezogener Handbremse gefahren, schilderte Stefan Franzke, Chef der Fördergesellschaft Berlin Partner. Nach der Pandemie müsse es richtig losgehen. Dass Tesla seine Autofabrik für bis zu 12 000 Mitarbeiter in Brandenburg nahe dem BER baut, macht der Region Hoffnung.

Brandenburgs Wirtschaftsförderer Steffen Kammradt erwartet einen Wachstumsschub. «Für ein globales Unternehmen wie Tesla ist ein internationaler Flughafen vor der Haustür mit Direktverbindungen in andere Kontinente ein großes Standortplus.» Davon gibt es aber am BER aber nur wenige. Zu oft müssten Geschäftsleute erst nach Frankfurt oder München fliegen…