Der deutsche Staatsbürger Jens F., dem vorgeworfen wird, Grundrisse von Gebäuden des Deutschen Bundestages an den russischen Militärgeheimdienst GRU weitergeleitet zu haben, ist am Donnerstag vom Berliner Kammergericht wegen geheimdienstlicher Agententätigkeiten zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt worden.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den 56-jährigen Angeklagten zwei Jahre und neun Monate Gefängnis gefordert. Im Vorfeld des Verfahrens hatte Jens F. einen vom Gericht im Gegenzug für ein Geständnis angebotenen Vergleich abgelehnt.

Belastung im Verhältnis Berlin-Moskau

Kurz vor der Bundestagswahl 2017 war die Nachricht wie eine Bombe geplatzt. Mitten im Wahlkampf hieß es, jemand habe Lagepläne des Bundestages an die russische Botschaft in Berlin weitergeleitet. „Russischer Spion im Bundestag?“ titelten die Zeitungen, und das Ganze angesichts von Berichten über Hackerangriffe auf das Parlament und Fake News der russischen Trollfabriken, die die öffentliche Meinung vor der Wahl beeinflussen sollten.

Seitdem ging es immer weiter bergab im Verhältnis zwischen Berlin und Moskau – ob wegen eines Auftragsmordes an einem ehemaligen tschetschenischen Feldkommandeur im Kleinen Tiergarten in Berlin oder aufgrund der Vergiftung des führenden Oppositionellen Alexej Nawalny – die Vorwürfe gegen russische Geheimdienste wurden immer lauter, während Berlin seinem Ruf als „Hauptstadt der Spione“ alle Ehre machte.

Vier Jahre später saß Jens F. auf der Anklagebank. Er blieb jedoch auf freiem Fuß, da die Behörden keine Fluchtgefahr sahen. Im Februar 2021 war er von der Bundesanwaltschaft wegen Spionage angeklagt worden.

Brief an die russische Botschaft

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