Konjunktur
Boom vertagt: Wirtschaftsaufschwung erst 2022

Die Kräne verschiedener Baustellen in der Hamburger Hafencity zeichnen sich im Sonnenuntergang vor der Elbphilharmonie ab. Foto: Christian Charisius/dpa

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Es sollte eine «V»-Kurve werden: Einem tiefen coronabedingten Absturz folgt ein anhaltender steiler Aufstieg. Es ist anders gekommen. Die Kurve hat sich abgeflacht.

Die Bundesregierung rechnet erst im nächsten Jahr wieder mit einem kräftigen Wirtschaftsaufschwung in Deutschland. Der geschäftsführende Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sprach am Mittwoch in Berlin von einem «kühlen Herbstwind».

Lieferengpässe bei wichtigen Produkten wie Mikrochips bremsten die Wirtschaft. Eine Gefahr für die weitere Entwicklung könnten auch die steigenden Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen werden.

Die Bundesregierung schraubte ihre Wachstumserwartungen für 2021 herunter. Sie erwartet, dass das Bruttoinlandsprodukt um 2,6 Prozent zulegt – im April war noch ein Plus von 3,5 Prozent vorhergesagt worden. Zuvor hatten auch führende Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Prognose gesenkt.

Im vergangenen Jahr war die Wirtschaftsleistung infolge der Pandemie um 4,9 Prozent eingebrochen. Es sei aber gelungen, die Substanz der deutschen Volkswirtschaft zu erhalten, sagte Altmaier. Er verwies auf staatliche Milliardenhilfen für Unternehmen. Deutschland sei nach der Corona-Krise wieder auf dem Wachstumspfad. In diesem Jahr komme es angesichts der aktuellen Lieferengpässe und weltweit hoher Energiepreise aber nicht zum erhofften «Schlussspurt».

Fahrtwind für nächstes Jahr erwartet

Im kommenden Jahr wird die Wirtschaft laut Prognose deutlich an Fahrt aufnehmen. Für 2022 rechnet die Bundesregierung nun mit einem Wachstum von 4,1…