Ein jahrelanges Tauziehen um kostbare Kulturgüter geht in die nächste Runde: 2014 hatte das Allard Pierson Museum, das Archäologiemuseum der Universität Amsterdam, in der Ausstellung „Die Krim: Gold und Geheimnisse des Schwarzen Meeres“ hunderte wertvolle Exponate gezeigt – darunter einen 2400 Jahre alten skythischen Helm, wertvolle chinesische Lackkästchen aus der Han-Dynastie von der Seidenstraße, filigrane Broschen, Juwelen, Waffen, Masken und eine goldene Schwert-Scheide. Das Museum hatte mit vier Museen der Krim und einem in Kiew einen Leihvertrag geschlossen. 

Wertvolle Exponate von der Krim, 2014 ausgestellt im Allard Pierson Museum in Amsterdam

Nach der Besetzung der zur Ukraine gehörenden Krim durch Russland im März 2014 hatte das Allard Pierson Museum mit der Rückgabe der Kostbarkeiten erst einmal abgewartet. Weil es nicht wusste, wer nun rechtmäßiger Eigentümer war. Die vier Museen der Halbinsel, die nun unter russischer Verwaltung stehen, hatten erklärt, der Schatz gehöre ihnen. Die Ukraine hingegen verlangte die Rückgabe, weil es sich um nationales Kulturgut und staatliches Eigentum der Ukraine handele, das nicht in russische Hände fallen dürfe. Auch der russische Kulturminister Wladimir Medinski hatte sich eingeschaltet und gesagt, eine Entscheidung für Kiew wäre „reiner Diebstahl“.

Urteil von 2016 bestätigt

Archäologische Objekte aus dem Museum in Sewastopol

Bereits 2016 hatte dann ein Gericht in Amsterdam in erster Instanz entschieden, der Schatz gehöre dem Staat, der ihn ausgeliehen habe – also der Ukraine. Die Museen der Halbinsel im Schwarzmeer hatten gegen dieses Urteil Berufung eingelegt.

Nun, vier Jahre später, hat das Amsterdamer Berufungsgericht das Urteil von 2016 bestätigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte das Urteil: „Wir bekommen immer zurück, was uns gehört“, schrieb er auf Twitter.

Doch auch gegen das Urteil der zweiten Instanz kann noch Revision eingelegt werden. Ein Ende…