Mindestens fünf führende Politiker sollen im Sudan am frühen Montagmorgen in Gewahrsam genommen worden sein. Die Festnahmen hätten in ihren Häusern stattgefunden, hieß es aus Regierungskreisen. Wie das Informationsministerium berichtet, soll Ministerpräsident Abdullah Hamdok von bewaffneten Kräften an einen unbekannten Ort verschleppt worden sein, nachdem er sich geweigert hat, eine den Umsturz billigende öffentliche Erklärung abzugeben. 

Unbestätigten Informationen zu Folge ist der Flughafen der Hauptstadt Khartum geschlossen worden. Auch das Internet sowie das Telefonnetz sollen vorübergehend abgeschaltet worden sein. Mehrere Quellen berichten, dass sich Demonstranten mit sudanesischen Fahnen auf den Straßen Khartums versammeln und Blockaden aus brennenden Reifen errichten.

Ministerpräsident Hamdok: Unter Hausarrest?

Die Sudanese Professionals Association (SPA), ein 2016 gegründeter und politisch aktiver Gewerkschaftsbund, rief angesichts des Putschversuchs zu einem landesweiten Generalstreik und zivilem Ungehorsam auf. Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, versuchen das Militär und eine schnelle Einsatztruppe bereits, die Proteste wieder aufzulösen.

Im Sudan hatte nach dem Sturz des autoritären Langzeit-Machthabers Omar al-Baschir im April 2019 ein sogenannter Souveräner Rat unter Führung von Ministerpräsident Abdullah Hamdok die Regierungsgeschäfte übernommen, in dem sich Militärs und Zivilisten die Macht teilen.   Das ostafrikanische Land befindet sich seitdem in einer fragilen Übergangsphase, die 2023 mit der Einsetzung einer zivilen Regierung enden sollte. Eine hohe Inflation, wirtschaftliche Schwierigkeiten und tiefe politische Spaltungen  verschärfen die Lage.

Demonstration von Anhängern einer Zivilregierung in Khartum (am Donnerstag)

In den vergangenen Wochen war es immer wieder zu Protesten verschiedener Gruppen gekommen. Dabei war von der einen Seite die sofortige Einsetzung einer rein zivilen Regierung, von der…