Mit Kroatien und Bulgarien stufen die Bundesregierung und das Robert Koch-Institut (RKI) von diesem Sonntag an zwei weitere EU-Länder als Corona-Hochrisikogebiet ein. Wer nicht vollständig gegen das Virus geimpft oder von COVID-19 genesen ist und aus einem Hochrisikogebiet nach Deutschland einreist, muss für zehn Tage in Quarantäne und kann sich erst nach fünf Tagen mit einem negativen Test davon befreien. Bisher galt dies schon für die EU-Mitglieder Rumänien, Litauen und Slowenien.

Als Hochrisikogebiet werden Länder und Regionen mit einem besonders hohen Infektionsrisiko angesehen. Ausschlaggebend hierfür sind aber nicht nur die Infektionszahlen. Andere Kriterien wie das Tempo der Ausbreitung des Coronavirus, die Belastung des Gesundheitssystems oder fehlende Daten über die Corona-Lage werden ebenfalls berücksichtigt.

Immer wieder gibt es in Kroatien – hier Zagreb – Proteste gegen die Corona-Beschränkungen und die Impfung

In Kroatien mit seinen gut vier Millionen Einwohnern sind nur etwas mehr als 43 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Virus geimpft.

Bulgarien hat keine freien Beatmungsgeräte mehr 

In Bulgarien ist die Situation wieder sehr kritisch. Das Land könnte bei der Behandlung von COVID-19-Patienten schon bald auf Hilfe aus dem Ausland angewiesen sein. Falls es nicht gelinge, die Infektionsrate in zehn bis 15 Tagen in den Griff zu bekommen, werde es „enorme Probleme“ geben, sagte Gesundheitsminister Stoytscho Kazarow dem Fernsehsender Nowa.

„Unsere Kapazitäten bei Personal und Beatmungsgeräten sind praktisch erschöpft“, erklärte Kazarow. „Wir werden um Hilfe aus dem Ausland bitten müssen.“ Die Regierung sei bereits mit der EU im Gespräch über die mögliche Verlegung von Patienten in andere Länder.

Auch in Bulgarien gibt es viele Impfskeptiker – hier protestieren die Menschen in der Hauptstadt Sofia

Bulgarien steckt mitten in einer vierten Corona-Welle. Gleichzeitig hat es eine der niedrigsten Impfraten der Europäischen…