Schwer bewaffnete Männer haben ein Gefängnis im Südwesten Nigerias gestürmt und hunderte Häftlinge befreit. 575 Insassen seien nach dem Angriff am Freitagabend noch auf der Flucht, erklärte der Sprecher der Gefängnisverwaltung im Bundesstaat Oyo. Insgesamt entkamen demnach mehr als 800 Häftlinge aus der Untersuchungshaft, rund 250 wurden wieder in Gewahrsam genommen.

Mauer gesprengt

Die Angreifer hätten nach einem Kampf mit den Wachen die Mauer mit Dynamit gesprengt, erklärte der Sprecher weiter. Angaben über Tote und Verletzte machte er nicht.

Kriminalität und Gewalt prägen das öffentliche Leben im bevölkerungsreichsten Land Afrikas. Weite Teile Nigerias werden von kriminellen Gruppen kontrolliert. Bei einem Angriff auf ein anderes Gefängnis im zentral gelegenen Bundesstaat Kogi wurden gerade erst im September etwa 240 Gefangene befreit. Im April entkamen mehr als 1800 Menschen bei einem Angriff auf eine weitere Haftanstalt im Südosten des Landes.

Berüchtigte Anstalten

Die Gefängnisse Nigerias sind für ihre Überbelegung und die schlechten Haftbedingungen berüchtigt. Hinter den Attacken auf die Einrichtungen stecken meist kriminelle Netzwerke sowie Terrorgruppen, deren Anhänger eingesperrt sind.

ml/ack (afp, dpa)