von Gernot Kramper
23.10.2021, 13:29 Uhr

Der Raid auf eine kleines Küstenstädtchen sollte den Briten einen Achtungserfolg bescheren. Der Angriff führte in eine Katastrophe, die über 3000 Mann das Leben kostete. Der Hauptverantwortliche, Lord Mountbatton, erfand später eine Begründung, warum Dieppe nicht sein Fehler, sondern ein notwendiges Opfer war.

Das größte Manko der britischen Streitkräfte im Zweiten Weltkrieg sei es gewesen, dass Führungspositionen im Militär nach gesellschaftlichem Rang vergeben wurden, schrieben US-Militärs in der Nachschau. Ein extremes Beispiel ist der britische Angriff auf die Hafenstadt Dieppe im Jahr 1942. Hier wurden 6000 Mann auf eine aussichtslose Mission geschickt. Und alles nur für das aufgeblähte Ego von Lord Mountbatton, schreibt Patrick Bishop in seinem Buch „Operation Jubilee“. Mountbatten – „Onkel Dickie“ – war der Onkel von Prinz Philip, der wiederum Ehemann der britischen Königin Elisabeth II.

Wie der „Angriff der Leichten Brigade“

Die Überlebenden der desaströsen Landungsoperation verglichen ihren Einsatz mit einem anderen Himmelfahrtskommando im Dienst Ihrer Majestät. Dem „Angriff der Leichten Brigade“ im Krimkrieg – nur wurden 1854 nur 670 Männer und nicht 6000 auf eine aussichtslose Mission geschickt.

Zweiter Weltkrieg

Fotostrecke Dieppe Raid 1942 – 8 Bilder

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21.10.2021

Der Angriff auf die französische Hafenstadt hatte genau genommen keinen militärischen Sinn, er diente der Gesichtswahrung. 1942 hatten die Briten zwar die drohende Invasion der Insel abgewehrt, ansonsten aber nur einstecken müssen. Aus Norwegen, Frankreich, Griechenland und Kreta hatten die Deutschen die britischen Truppen vertrieben. In Nordafrika war das deutsche Afrikakorps auf dem Vormarsch und auf dem Atlantik setzten die deutschen U-Boote den lebenswichtigen Konvoifahrten zu.