Cyberkriminalität
Warum Verwaltungen für Hacker attraktiv sind – und es keinen Überblick über deren Sicherheit gibt

Geheime Verschlüsselung: Hacker setzen auf die „Ransomware“, um Daten für Nutzer unzugänglich zu machen.

© Oliver Berg / DPA

von Christine Leitner
22.10.2021, 17:16 Uhr

Mit zunehmender Digitalisierung werden Hackerangriffe wahrscheinlicher. Auch öffentliche Verwaltungen geraten ins Visier der Täter – und die haben dort leichtes Spiel: Denn IT-Sicherheit ist ein weitgehend blinder Fleck vieler Behörden.

Mithilfe einer Schadsoftware ist es Unbekannten gelungen, sich in die Computer der Behörden zu hacken und sämtliche Daten zu verschlüsseln. Der Katastrophenfall wird ausgerufen, die Computer heruntergefahren, um weiteren Schaden zu verhindern. Für die Rückgabe der Daten fordern die Täter ein Lösegeld. Was wie der Plot eines Science-Fiction-Films klingt, trägt sich jenseits der Kinoleinwand immer häufiger zu – auch in Deutschland.

2019 wurden etwa die Verwaltungen in Frankfurt am Main und Neustadt am Rübenberge sowie das Berliner Kammergericht Ziel von Hackerangriffen. Im April diesen Jahres ermittelte die Kripo in Kammertal im Landkreis Günzburg. Kriminelle hatten die Computer des Rathauses infiziert und versuchten die Gemeinde zu erpressen. Im Juli traf es schließlich den Landkreis Anhalt-Bitterfeld. Bei dem Vorfall wurden sämtliche Daten der Kreisverwaltung infiziert und verschlüsselt; die Täter forderten ein Lösegeld. Zum ersten Mal wurde im Zusammenhang mit einem Hackeragriff der Katastrophenfall ausgerufen. Im Oktober traf es schließlich Verwaltungen in Mecklenburg-Vorpommern und Witten.

Die Folgen: Die Verwaltungen wurden tage-, manche sogar wochenlang lahmgelegt, Aufträge konnten nur noch eingeschränkt bearbeitet werden. In Anhalt-Bitterfeld arbeiten Experten auch drei Monate nach dem Vorfall noch daran, die…