Nordkorea ist als Staat in selbstgewählter Isolation bekannt. Dennoch arbeitet das Land mit der internationalen Gemeinschaft auf dem Gebiet des Sports seit langem zusammen. Das Nationalteam Nordkoreas war die erste asiatische Mannschaft, die bei einer Fußball-Weltmeisterschaft aufhorchen ließ und 1966 das Viertelfinale erreichte. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio gewannen die Athleten sieben Medaillen, darunter zweimal Gold. Bei den Asienspielen 2018 gingen insgesamt 37 Medaillen an Nordkorea.

Noch 2019 sah es gut aus für den nordkoreanischen Sport. Die Olympischen Spiele im benachbarten Japan standen vor der Tür. Nordkoreas Fußballer waren recht gut in die WM-Qualifikation gestartet. Der führende Fußballverein des Landes, April 25 SC, hatte das Finale des AFC-Pokals erreicht, des asiatischen Pendants zur Europa League. Dann brach die Corona-Pandemie aus.

Mittlerweile sind die Sportlerinnen und Sportler weltweit wieder in die Hallen und auf die Plätze zurückgekehrt. Nicht so in Nordkorea. Im vergangenen April verkündete die Führung in Pjöngjang, dass Nordkorea – wie sich herausstellte, als einziges Land der Welt – wegen der Pandemie nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen werde. Im Mai zog sich das Land aus der Qualifikation für die Fußball-WM 2022 in Katar zurück. 

Für den in Japan geborenen Fußballspieler An Yong Hak, der von 2002 bis 2012 vierzig Spiele für die nordkoreanische Nationalmannschaft bestritt, gab es keine andere Wahl. „Es gibt kein Coronavirus in Nordkorea, keine einzige Person hat es“, sagte An. „Aber es gibt keine internationalen Reisen, also können wir nicht in andere Länder reisen und spielen. Es ist frustrierend für die Spieler, aber sie kennen die Situation und wissen, warum es passiert.“

Der Nordkoreaner An Yong Hak (2.v.l.)bei der Fußballweltmeisterschaft 2010 in Südafrika in der Partie gegen Portugal

Keine Covid-19-Fälle?

Wie verbreitet ist das Virus in dem Land tatsächlich? „Das ist ein weiteres nordkoreanisches…