Netflix sonnt sich zwar gerade in den tollen Zahlen, die seine Erfolgsproduktionen wie „Squid Game“ hervorbringen. Nun aber bekommt der Streaming-Riese Gegenwind. Und das wegen einer Comedy-Show: Vor dem Netflix-Sitz in Los Angeles versammelten sich am Mittwoch Dutzende, um gegen die letzte Ausgabe von „The Closer“ zu protestieren. Dem Stand up-Comedian Dave Chappelle wird vorgeworfen, er habe sich in seiner Show „transfeindlich“ geäußert und sich über Transgender-Menschen lustig gemacht. 

Die Vorgeschichte: Der erfolgreiche US-Rapper DaBaby hatte sich während eines Konzertes im Juli in Florida auf übelste Weise über die LGBTQ-Community geäußert. Auf diese Äußerungen ist Dave Chappelle in der umstrittenen „The Closer“-Ausgabe eingegangen und hat die LGBTQ-Community darüber „aufgeklärt“, dass DaBaby einmal einen Schwarzen erschossen habe, was seiner Karriere jedoch nicht geschadet habe. „In unserem Land kann man auf einen Schwarzen schießen und ihn töten“, fährt Chappelle fort, „aber verletzen Sie bitte nicht die Gefühle einer schwulen Person.“ Zudem hatte er noch Trans-Frauen mit der als rassistisch verpönten Darstellungsmethode des Blackfacing verglichen.

Demonstranten vor dem Netflix-Gebäude

Chappelle ist zu weit gegangen

Damit ist Dave Chappelle in den Augen vieler Menschen zu weit gegangen. Er würde mit seinen Äußerungen möglicher Gewalt gegen Transgender Vorschub leisten, hieß es. Netflix-Programmchef Ted Sarandos aber hielt an Chappelle fest.

Und sorgte dann mit einem publik gewordenen internen Schreiben für Kritik. In dem erklärte er, Inhalte auf dem Bildschirm „werden nicht direkt in Nachteile in der echten Welt umgesetzt“ und hob die Bedeutung der „künstlerischen Freiheit“ hervor.

Netflix-Programmchef Ted Sarandos

Später relativierte Sarandos diese Äußerungen: Er habe einen Fehler gemacht, so der Netflix-Programmchef später. Er hätte es ernster nehmen müssen, dass Mitarbeiter „Schmerz“ verspürt hätten. „Ich hätte in erster…