IPPC-Bericht
Datenleak soll zeigen, wie Staaten den Bericht des Weltklimarats beschönigen wollen

Regierungsvertreter sollen den Berichten zufolge das Expertengremium zur Umformulierung oder gar zum Streichen bestimmter Textpassagen aufgefordert haben (Symbolbild)

© Patrick Pleul / DPA

Der Bericht des Weltklimarats (IPCC) gilt als politische Messlatte im Kampf gegen den Klimawandel. Tausende Dokumente sollen nun Industrienationen bei dem Versuch zeigen, das Expertengremium zu beeinflussen.

Kurz vor Beginn der 26. UN-Klimakonferenz in Glasgow soll ein Datenleak zeigen, wie einzelne Staaten Lobbyarbeit gegen den weltweit wichtigsten Klimabericht betreiben. Die Auswertung tausender Dokumente durch die BBC und „Unearthed“, einem Investigativteam, das vom britischen Greenpeace-Ableger betrieben wird, sollen die versuchte Einflussnahme auf das wissenschaftliche Expertenteam belegen. Demzufolge haben Staaten, deren Wohlstand insbesondere auf fossilen Brennstoffen und Fleischproduktion beruht, versucht, den Bewertungsbericht des Weltklimarats, der 2022 erscheinen soll, zu beschönigen.

Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist ein unabhängiges Expertengremium der Vereinten Nationen, das politische Entscheidungsträger regelmäßig über das Fortschreiten des Klimawandels, dessen Auswirkungen und potentielle Gegenmaßnahmen informiert. Die IPCC-Experten betreiben keine eigene Forschung, sondern fassen den wissenschaftlichen Status quo im Abstand von sechs bis sieben Jahren für die 195 Mitgliedsstaaten zusammen. „Die IPCC-Berichte sind neutral, politikrelevant, aber nicht politikbestimmend.“ Anhand der Ergebnisse entscheiden die Regierungen, welche Maßnahmen zur Bekämpfung der globalen Erwärmung notwendig sind.

Den Ländern steht es dabei frei, vorab Kommentare und Empfehlungen einzubringen – der Weltklimarat muss diese jedoch nicht in seine Berichte einbeziehen….