Fehlende Halbleiter
VW-Werk in Wolfsburg droht schwächste Produktion seit 1958

VW könnte wegen der fehlenden Halbleiter so wenig Autos produzieren wie seit Jahrzehnten nicht mehr (Symbolfoto)

© Matthias Rietschel / Picture Alliance

von Nicolas Kaufmann
20.10.2021, 17:10 Uhr

Der Chip-Mangel bereitet VW massive Probleme. Tausende Mitarbeiter sind noch immer in Kurzarbeit, der Pkw-Absatz brach stark ein. Dem VW-Werk droht jetzt die schwächste Produktion seit dem Jahr 1958.

Die Pkw-Produktion im VW-Stammwerk in Wolfsburg läuft alles andere als gut. Nach den drei Quartalen in 2021 zählt der deutsche Autobauer nur 300.000 produzierte Autos. Wie die Wochenzeitung „Zeit“ in ihrer Printausgabe vom 21. Okotober berichtet, könnten die Wolfsburger nun sogar die schwächste Produktion seit 63 Jahren verzeichnen. 

„Es müsste schon ein Wunder geschehen, wenn wir das Vorjahresniveau bis Jahresende erreichen sollten“, sagte ein Insider dem Blatt. Volkswagen selbst äußert sich dazu nur zurückhaltend. Klar ist jedoch, dass die fehlenden Halbleiter die Produktion erheblich zurückwerfen. Es habe „zu einer hohen Anzahl von nicht produzierten Fahrzeugen“ geführt, heißt es. Deutlichere Worte gibt es von Betriebsratsvorsitzenden Daniela Cavallo. Sie kritisiert Konzern-Chef Herbert Diess: „Wir können aus der Unternehmensleitung noch keinen Plan erkennen, wie diese Krise gemanagt werden kann.“

Im Herbst 2020 hatte der Autobauer erstmals von dem Lieferengpass erfahren. Daraufhin richtete VW eine Taskforce ein, doch jetzt steuert die Produktion auf ein historisch schlechtes Produktionsjahr zu. Dazu sind Zehntausende Mitarbeiter nach wie vor in Kurzarbeit. Vergangenes Jahr rollten in Wolfsburg erstmals seit mehr als 60 Jahren weniger als eine halbe Million Autos vom Band.

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