P. Köster: Kabinenpredigt
Öder Titelkampf in der Bundesliga? Jetzt muss die Politik ran

Wer war gleich noch Deutscher Meister? Ach, ja. Bayern München, wie immer. 

© Sven Hoppe / Picture Alliance

Die Dominanz des FC Bayern raubt der Bundesliga ihr wichtigstes Gut: die Spannung. Wenn der Fußball selbst nicht schafft, das zu ändern, muss die Politik ran. Sagt stern-Stimme Philipp Köster. 

Es waren die vielleicht deprimierendsten sieben Minuten dieser Bundesliga-Saison – jene Minuten, in denen der FC Bayern in der ersten Halbzeit mit vier Toren hintereinander seinen Verfolger Bayer Leverkusen demütigte. Der 1:5-Auswärtssieg machte die Münchner wieder zum Tabellenführer. Und es bedarf wenig Fantasie, um dem FC Bayern abermals den Meistertitel vorherzusagen, zum zehnten Mal in Serie.

Nun ist in den letzten Jahren schon viel darüber debattiert worden, wie die Dominanz des Rekordmeisters endlich gebrochen werden kann und wieder Spannung in den Titelkampf zu bringen ist. Mal gab Altfunktionär Uli Hoeneß der Konkurrenz den hilfreichen Tipp, sich einfach mehr anzustrengen, mal wurde ergebnislos über eine geschlossene Liga nach Vorbild der großen US-Ligen nachgedacht, in der sich die attraktivsten Klubs ohne Abstieg und Aufstieg versammeln würden.

Philipp Köster: Kabinenpredigt

Philipp Köster, Jahrgang 1972, ist Gründer und Chefredakteur des Fußballmagazins „11 Freunde“. Er sammelt Trikots und Stadionhefte, kennt den rumänischen Meister von 1984 und kann die Startelf von Borussia Dortmund im Relegationsspiel 1986 gegen Fortuna Köln auswendig aufsagen: Eike Immel, Frank Pagelsdorf, Bernd Storck, … Außerdem ist er Autor zahlreicher Fußballbücher, unter anderem über die Geschichte der Fußball-Bundesliga, und wurde 2010 als „Sportjournalist des Jahres“ ausgezeichnet. Und vor allem: Anhänger des ruhmreichen Erstligisten Arminia Bielefeld.