Die Frankfurter Buchmesse ist wieder da: Nach der coronabedingten Zwangspause findet der größte Buchmarkt der Welt unter dem Motto: „Re:connect“ vom 20. bis 24. Oktober wieder in Präsenz statt. Das Ehrengastland Kanada nutzt im zweiten Anlauf die literarische Bühne, um seine kulturelle Vielfalt zu präsentieren. Die Generalgouverneurin von Kanada, Mary May Simon, die erste Inuk in diesem Amt, lud bei der Eröffnungsfeier am Dienstagabend dazu ein, sich auch mit indigenen Geschichtenerzählerinnen und -erzählern aus Kanada zu beschäftigen.

Die kanadische Inuit-Sopranistin Deantha Edmunds trat vor den Eröffnungsgästen in der Frankfurter Festhalle auf. Kanadas Star-Autorin Margaret Atwood wurde live zugeschaltet. Außer ihr sprach auch Josephine Bacon, eine kanadische Dichterin und Filmemacherin, die auf Französisch und Innu-aimun schreibt.

„Einheit in Vielfalt“ – tatsächlich spiegelt sich dieses Motto in der multikulturellen Literatur des nordamerikanischen Landes wider. Bücher der englischen, französischen und indigenen Literatur bilden die drei wichtigsten kulturellen Säulen Kanadas. Hinzu kommt eine neue Generation von Schreibenden, wie etwa Vivek Shraya, eine preisgekrönte Transgender-Autorin, die auch als Musikerin, Filmemacherin und bildende Künstlerin tätig ist.

Transgender-Autorin Vivek Shraya

Shraya, ebenfalls Gast der Eröffnungsfeier, ist Verfechterin von LGBTQ+-Rechten. Sie sitzt im Vorstand der Tegan and Sara Stiftung und hat den Verlag VS. Books gegründet, der sich für LGBTQ+-Belange in der Buchbranche engagiert.

Indigene und migrantische Literatur im Rampenlicht

Insgesamt 58 kanadische Autorinnen und Autoren nehmen live oder virtuell an den Buchmesse-Veranstaltungen der nächsten Tage teil. Darunter sind französischsprachige Autoren wie der aus Haiti stammende Dany Laferrière oder auch Kim Thuy, die im Alter von zehn Jahren aus Vietnam floh. Beide sind mit sehr persönlichen Geschichten über ihre Migrationserfahrungen bekannt…