Jesper Møller wurde deutlich. „Im schlimmsten Fall und als letzter Ausweg kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbände aus Protest und mangelndem Interesse an der neuen Struktur aus der FIFA austreten“, sagte der Chef des dänischen Fußballverbands. Møller bezog sich auf eine gemeinsame Erklärung der sechs nordischen Verbände aus Dänemark, Schweden, Norwegen, Finnland, Island und den Färöern. Sie hatten sich geschlossen gegen den Plan der FIFA gestellt, künftig Weltmeisterschaften nicht mehr alle vier, sondern alle zwei Jahre ausspielen zu lassen und mit Szenarien gedroht, „die unseren Grundwerten näher sind als der aktuelle FIFA-Vorschlag“. Die Reform würde „das Ökosystem des Fußballs radikal verändern“, ließen die Verbände wissen. Ähnlich äußerte sich der spanische Ligachef Javier Tebas. „Möglicherweise werden Ligen verkleinert, der Wert der TV-Rechte für diese Ligen sinkt, die Spieler verdienen dort weniger. So machen wir Fußball zu einem Sport der Eliten“, sagte Tebas der Zeitschrift „Sport Bild“: „Das ist ein großer Fehler.“

DFB setzt auf einvernehmliche Lösung

Nach Recherchen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erwägt mehr als Dutzend europäischer Verbände, aus der FIFA auszutreten, sollte der Zwei-Jahres-Rhythmus der Weltmeisterschaften beschlossen werden. UEFA-Präsident Aleksander Ceferin hatte bereits mit Boykott gedroht, als der FIFA-Plan bekannt wurde. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte sich ohne Wenn und Aber hinter die Position des europäischen Verbands gestellt.

Der DFB setze weiterhin auf „eine gemeinsame von FIFA und UEFA erarbeitete einvernehmliche Lösung“, schob der deutsche Verband an diesem Mittwoch auf Anfrage der dpa nach. Bei der Frage, ob auch für den DFB ein Austritt aus der FIFA eine Option sei, wich der Verband aus: Man sei „in enger Abstimmung mit der UEFA und den anderen Verbänden“, hieß es.

Neben den Europäern lehnen auch die Südamerikaner Weltmeisterschaften alle zwei Jahre rigoros ab. Die anderen…