Im kleinen Saal des Institut Français in Ouagadougou finden längst nicht alle Zuschauerinnen und Zuschauer Platz, die Emmanuel Rotoubam Mbaïdés neuen Film „Massoud“ sehen wollen. Es ist die erste Vorführung des diesjährigen Panafrikanischen Film- und Fernsehfestivals von Ouagadougou, kurz FESPACO. Zum 27. Mal findet Afrikas größtes Filmfestival in diesem Jahr in Burkina Fasos Hauptstadt statt. Eigentlich sollte es wie gewohnt im Frühjahr starten, Corona-bedingt ist man auf den Herbst ausgewichen. 

Der Regisseur des Eröffnungsfilm, der tschadisch-burkinischer Filmemacher Mbaïdé, ist in Ouagadougou sehr bekannt. Doch nicht nur seine Bekanntheit hat die Zuschauer ins Kino gelockt: Sie interessiert vor allem das Thema seines Spielfilms. Darin schließt sich Massoud, der Sohn eines Imams im Sahel, einer Terrorgruppe an, die in den Drogenhandel verstrickt ist. Zudem zeigt der Film, wie Polizisten einen Unschuldigen erschießen und sich anschließend entschuldigen und ungeschoren davonkommen. 

Das Publikum wartet gespannt auf den Beginn von „Massoud“, dem Eröffnungsfilm des FESPACO

„Mit diesem Film will ich nicht das Fehlverhalten der Polizei denunzieren. Ich möchte ein Bild dieser Kriegswelt zeichnen, in der man nicht weiß, wer der Feind ist“, sagt Mbaïdé im Interview mit der DW und betont, es sei nicht die Zeit, „bloß schöne Filme“ zu machen. Vielmehr müssten die Filme einen Blick auf die Gesellschaft werfen. Seine Einschätzung stößt auf Zuspruch seitens des Publikums: Im Saal sitzt unter anderem Achta Djibrine Sy, die tschadische Kulturministerin, die den Film „eine Botschaft an die Jugend, an die Eltern, aber auch an die ganze Gesellschaft“ nennt.

Kinobegeisterung und Terrorismus

„Massoud“ ist nicht der einzige Film des Festivals, der sich mit Terrorismus befasst. Die marokkanische Produktion „Oliver Black“ handelt ebenso davon wie die burkinische Dokumentation „Massiba, le mal d’un peuple“ (dt.: „Massiba, das Elend eines Volkes“). Das Thema…