Radiant
Space-X-Ingenieure entwickeln Atomkraftwerk im Mini-Format

Das Kraftwerk kann auch mit einem Lkw bewget werden.

© Radiant / PR

von Gernot Kramper
19.10.2021, 10:40 Uhr

Doug Bernauer sollte einen Reaktor für Elon Musks Marskolonie entwerfen, nun baut er ihn für die Erde. Der Mikroreaktor soll abgelegene Dörfer und Basen mit Strom versorgen.

Es sollte eigentlich Energie für Marskolonien bringen: Eine Gruppe von ehemaligen Space-X-Ingenieuren entwickelt die „weltweit erste mobile, emissionsfreie Energiequelle“. Einen Kernreaktor, der Strom in entlegene Gebiete bringen kann und schnell installiert werden kann. Mobile Reaktoren sind seit einigen Jahren in Gespräch. Die Seaborg Technologies aus Dänemark (Dänischer Mini-Reaktor will Atomunfälle beherrschbar machen) will so etwas entwickeln, der russische Atomgigant Rosatom hat sogar ein schwimmendes Kraftwerk in Betrieb und will weitere bauen. Rosatom nutzt dazu die Reaktortechnologie, wie sich auch in atombetriebenen Schiffen und U-Booten benutzt wird. Dieser Reaktor wird auf eine schwimmende Plattform gebaut und kann überall an größeren Flüssen oder an der Küste festmachen und Strom liefern. Der Reaktor von Rosatom, die Akademik Lomonossow, ist relativ groß, in ihm findet nicht nur zwei Reaktoren Platz, sondern auch das zugehörige Kraftwerk, das aus der Energie der Kernspaltung erst Strom macht.

Kleinstes Atomkraftwerk der Welt

Das Start-up Radiant strebt eine wesentlich kleinere Lösung an. Der Mikroreaktor hat eine Leistung von mehr als einem Megawatt, was ausreichen soll, um etwa 1000 Haushalte mit Strom zu versorgen. Die Akademik Lomonossow hat hingegen mit Reaktoren mit jeweils 70 Megawatt.

Doug Bernauer, Gründer und CEO von Radiant, hat zuvor daran gearbeitet, so einen Reaktor im Auftrag von Space-X für eine Marskolonie zu entwickeln. Doch mit der Besiedelung des Mars wird…