Wie der Betreiberverein Sea-Watch via Twitter mitteilte, wurden bei einer ersten Aktion 66 Personen von einem seeuntüchtigen Boot aufgenommen, unter ihnen mehrere Kinder. Die Menschen würden an Bord medizinisch versorgt. Drei Stunden später sichtete die Crew ein Schlauchboot mit weiteren 54 Menschen. Auch diese seien gerettet worden.

Später gab es weitere Einsätze, bei denen Menschen unter anderem aus überladenen Schlauchbooten und einem Holzboot übernommen wurden. Insgesamt sind nun mehr als 400 Migranten an Bord des Rettungsschiffs.

Die „Sea-Watch 3“ war erst kürzlich zu einem neuen Einsatz aufgebrochen und hatte am Samstag das Zielgebiet vor Libyen erreicht. Zuletzt hatte das Schiff im August mit mehr als 250 Flüchtlingen den sizilianischen Hafen Trapani erreicht. Später steuerte die Besatzung die spanische Stadt Burriana an, um sich für den nächsten Einsatz vorzubereiten. Private Organisationen brechen immer wieder ins zentrale Mittelmeer auf, um Migranten vor dem Ertrinken zu retten.

Diese Migranten hatten Glück: Die „Sea-Watch 3“ hat sie an Bord genommen (Archivbild)

Zudem kamen nach Meldungen der italienischen Nachrichtenagentur Ansa am Sonntag 49 Migranten mit mehreren Booten an Sardiniens Küsten an. Weitere 31 Migranten erreichten die italienische Insel Lampedusa. Zudem gingen 41 Tunesier in Sizilien an Land.

Viele wollen nach Italien

Die Migranten versuchen meist von den Küsten Tunesiens oder Libyens über das Mittelmeer in die EU zu gelangen. Mitunter greifen die Küstenwachen der nordafrikanischen Länder die Menschen auf und bringen sie wieder zurück. In Italien, das oft Ziel der Menschen ist, sind die Einsätze der privaten Organisationen politisch umstritten. Nach Angaben des Innenministeriums kamen in diesem Jahr bis Freitag mehr als 49.000 Menschen in Booten an. Im selben Vorjahreszeitraum waren es knapp 26.000.

Seit Jahresbeginn sind nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits etwa 1400 Migranten bei der…