Im Fußball kommt es recht häufig vor, dass ein Spitzenspiel nicht das hält, was man sich vorher von ihm versprochen hat. Selten allerdings werden die Hoffnungen auf ein enges und spannendes Duell auf Augenhöhe so sehr enttäuscht, wie es beim Spitzenspiel des 8. Bundesliga-Spieltags zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem FC Bayern der Fall war.

Beim 5:1 (5:0)-Auswärtssieg waren die Münchner von Anfang an besser, spielten mit der Leverkusener Abwehr Katz und Maus und schossen die bedauernswerte Werkself bereits in der ersten Halbzeit regelrecht ab.

Taktische Fehler

Andreas Sten-Ziemons

Dabei kamen zwei Dinge zusammen: Zum einen erwischten die Bayern einen Bombentag, zum zweiten aber spielten die Leverkusener so schlecht, wie schon lange nicht mehr. Das lag auch daran, dass die Münchner den Gegner gezielt und gnadenlos all seiner Stärken beraubte. Leverkusens ausgeprägte Konterqualität kam diesmal nicht zum Tragen, weil die Bayern geschickt einen vertikalen Pass nach dem anderen abfingen und sofort zum Gegenangriff ansetzten. Dabei konnten sich die Bayern-Angreifer durch die Bayer-Defensive spielen, wie das berühmte warme Messer durch die weiche Butter.

Die Viererkette der Werkself stand viel zu tief und wartete ab statt auf den Ballführenden rauszurücken, während das Pärchen im defensiven Mittefeld, Nadiem Amiri und Kerem Demirbay, meist zu weit vorne stand. Die riesigen Räume, die im Rücken der Doppelsechs entstanden, nutzten die Bayern nach Herzenslust aus. Taktische Fehler, die man sich nicht nur gegen die Bayern nicht leisten kann. Erst nach der Halbzeitpause wurde es besser, doch da war es längst zu spät.

Bayer 04 bestätigt Regel

Einem Spitzenspiel, auf das sich nicht nur die rund 30.000 Fans in der Leverkusener Arena gefreut hatten, war die Leverkusener Leistung daher (leider) nicht würdig. Das Spiel erinnerte phasenweise ein wenig an das DFB-Pokalfinale von 2020, als die Leverkusener gegen München chancenlos waren und verdient mit 2:4 untergingen,…