Zwar heißt das jüngste Buch von Anne Hidalgo „Eine französische Frau“, aber der Titel beschreibt nur die halbe Wahrheit. Denn in Wirklichkeit ist die Bürgermeisterin von Paris nicht nur Französin, sondern auch Spanierin.

Als Tochter spanischer Einwanderer kam sie im Alter von zwei Jahren mit ihrer Familie nach Lyon und wuchs dort in bescheidenen Verhältnissen auf. Ihre Eltern wollten dem Spanien des Diktators Francisco Franco den Rücken kehren. Sollte die heute 62-Jährige tatsächlich in den Élysée-Palast einziehen, wäre sie auch die erste Präsidentin der Grande Nation mit doppelter Staatsbürgerschaft.

Sozialistische Kandidatin ohne Rückhalt?

Seit 2014 ist Hidalgo Bürgermeisterin von Paris. Nun soll sie bei der Präsidentschaftswahl im Frühjahr 2022 für die Sozialisten als Kandidatin antreten, obwohl sie sich inhaltlich von ihrer Partei recht weit entfernt hat. Bei einem Mitgliederentscheid kam sie nach Auszählung von mehr als 90 Prozent der Stimmen in der internen Vorwahl auf mehr als 72 Prozent und wurde damit die offizielle Kandidatin der sozialistischen Partei (PS), wie Parteichef Olivier Faure am späten Abend in Paris bekannt gab. Einziger Gegenkandidat war der Bürgermeister von Le Mans und ehemalige Landwirtschaftsminister Stéphane Foll.

Anne Hidalgo gibt sich trotz schlechter Umfragewerte zuversichtlich im Hinblick auf die Präsidentschaftswahl

Hidalgo betonte in einer kurzen Rede, ihr gehe es um die Idee des Fortschritts, der sozialen Gerechtigkeit und des Rechtsstaats sowie um das Versprechen der Gleichheit. Sie wolle als Frau die Stimme aller französischen Frauen transportieren. Als einen weiteren wichtigen Punkt nannte sie den Umweltschutz und den Kampf gegen den Klimawandel, zwei Anliegen, denen sie sich bereits als Pariser Bürgermeisterin verschrieben hat.

Blick über den Tellerrand

Allerdings sieht es derzeit nicht danach aus, als habe Hidalgo eine Chance. In Umfragen kommt sie nur auf einstellige Zustimmungswerte. Aber sie verweist…