Jahrestreffen der JU
Friedrich Merz: „Union ist ein schwerer politischer Sanierungsfall geworden“

Findet Gehör bei der Jungen Union: Friedrich Merz geht nach der Wahlniederlage mit der CDU hart ins Gericht.

© Ina Fassbender / AFP

Mit dem Jahrestreffen der Jungen Union beginnt die öffentliche Aufarbeitung des Wahldesasters der CDU. Friedrich Merz, für viele weiterhin eine Hoffnungsfigur, rechnet in drastischen Worten mit seiner Partei ab. Dafür erntete er auch schon mal mehr Beifall.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Friedrich Merz sieht seine Partei auf einem Tiefpunkt und mahnt eine grundlegende Neuaufstellung an. „Die Union ist mit diesem Wahlergebnis ein insolvenzgefährdeter schwerer politischer Sanierungsfall geworden“, sagte Merz am Freitag zum Auftakt des Jahrestreffens der Jungen Union in Münster. „Die Union ist in den letzten Jahren in der Regierung denkfaul geworden.“ Dies müsse sich ändern: Für die kommenden Monate mahnte Merz „inhaltliche Diskussionen und inhaltliche Festlegungen“ an. 

„Es steht uns eine lange, schwierige, herausfordernde Zeit des Arbeitens und Diskutierens bevor“, sagte Merz mit Blick auf den wahrscheinlichen Gang der Union in die Opposition. Die Union müsse sich inhaltlich schärfer profilieren und eine „Agenda 2025“ ausarbeiten – im Jahr 2025 steht regulär die nächste Bundestagswahl an. „Es glaube keiner im Ernst, dass es ein Automatismus ist, dass wir diese Wahl gewinnen“, warnte Merz. 

JU-Chef Kuban: Wollen „Motor der Erneuerung“ sein

Auch der Bundesvorsitzende der Unions-Nachwuchsorganisation, Tilman Kuban, zog in seiner Begrüßungsansprache ein bitteres Fazit: Die Union sei in „einer Lage, die man nicht anders als beschissen bezeichnen kann“, sagte Kuban. Er beklagte den Mangel an Geschlossenheit im Wahlkampf: „Wir haben bei den Wahlen ein Erdbeben erlebt, weil wir uns in den letzten Wochen benommen…