In der Auseinandersetzung um mehr als 1000 aus dem ehemaligen Königreich Benin geraubte Bronzen zeichnet sich eine Einigung ab. Laut einer Absichtserklärung will Deutschland sämtliche Objekte an Nigeria zurückgeben. Wie die Deutsche Presseagentur (DPA) unter Berufung auf den nigerianischen Informations- und Kulturminister des westafrikanischen Landes, Alhaji Lai Mohammed berichtet, haben Delegationen beider Länder in Nigerias Hauptstadt Abuja ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnet. Noch im Dezember soll ein Abkommen folgen.

„Die deutsche Regierung und das deutsche Volk haben einen mutigen Schritt gemacht, indem sie sich bereit erklärt haben, die Artefakte freiwillig und ohne großen Zwang von Seiten Nigerias zurückzugeben“, zitiert die DPA den Kulturminister.

Einigung „auch mit Blick auf eine neue Bundesregierung“

Für die deutsche Seite hatte der im Auswärtigen Amt hatte für Kulturpolitik zuständige Abteilungsleiter Andreas Görgen die Gespräche geleitet.  „Wir wollten den Weg auch mit Blick auf eine neue Bundesregierung vorbereiten“, sagte Görgen der DPA. Diese könne  dann auf politischer Ebene eine Vereinbarung über den genauen Zeitplan und weitere Fragen treffen.

Die künftige Zusammenarbeit Deutschlands und Nigerias solle sich nicht nur auf die Restitution und Zirkulation der Benin-Bronzen beziehen, sondern auch auf eine Zusammenarbeit in der Archäologie, ein Engagement in der kulturellen Infrastruktur und die Ausbildung von Museumsmanagerinnen und -managern umfassen, so Görgen. „Weit über die Frage der Rückgabe hinaus gestalten wir mit dem heutigen Fortschritt die kulturpolitischen Beziehungen zu Nigeria neu.“ 

tön/cw (afp, dpa)