Rechtsextremismus
Noch immer viele offene Fragen um NSU-Mordserie

Demonstranten während einer Kundgebung mit Porträt-Abbildungen der NSU-Opfer im August 2018 in München. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archiv

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Die NSU-Terrorzelle ermorderte acht Männer mit Migrationshintergrund sowie eine Polizistin. Auch nach etlichen Jahren gibt es noch immer ungeklärte Fragen. Die Hinterbliebenen rechnen nicht mehr mit einer lückenlosen Aufklärung.

Zehn Jahre nach dem Auffliegen der rechtsextremen NSU-Terrorzelle bleibt bei Angehörigen und Beobachtern Enttäuschung über ungeklärte Fragen rund um die Mordserie.

In Bezug auf die Rolle des V-Mann-Führers Andreas Temme in Hessen seien viele Fragen offen, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, in einer Diskussion zu den NSU-Morden in Berlin. Auch das Motiv für den Mord an der Polizistin Michelle Kiesewetter sei nicht klar. «Am Ende bleibt dieses sehr, sehr unwohle Gefühl», bilanzierte Haldenwang. Temme hielt sich während der Ermordung des Kasseler Internetcafé-Betreibers Halit Yozgat 2006 in dessen Café auf, will aber nichts gesehen oder gehört haben.

Die Anwältin Seda Basay-Yildiz sagte, ihre Mandanten rechneten nicht mehr mit einer lückenlosen Aufklärung, sie hätten resigniert. Dem Verfassungsschutz warf sie vor, Informationen zurückzuhalten. In seiner Behörde gebe es «keine weiteren Informationen, die den Sachverhalt in ein neues Licht rücken», beteuerte Haldenwang.

Basay-Yildiz hatte im Münchner NSU-Prozess als Nebenklageanwältin Angehörige des ersten Mordopfers der Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) vertreten. Der Blumenhändler Enver Şimşek aus Schlüchtern im Main-Kinzig-Kreis war im Jahr 2000 in Nürnberg erschossen worden.

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